Oberösterreich

Mordversuch in Fitnesscenter: Heftige Kritik an Polizei

Heftige Kritik an der Polizei! Die Beamten sollen auf den Hilferuf eines Messer-Opfers in Vöcklabruck (OÖ) nicht richtig reagiert haben.

In diesem Fitnesscenter wurde die Frau von dem 27-Jährigen niedergestochen. Nun üben die Verwandten des Opfers heftige Kritik an der Polizei
In diesem Fitnesscenter wurde die Frau von dem 27-Jährigen niedergestochen. Nun üben die Verwandten des Opfers heftige Kritik an der Polizei
Matthias Lauber

Nach einer Messer-Attacke auf eine 28-Jährige am Mittwoch in einem Fitnesscenter in Vöcklabruck üben die Verwandten des Opfers nun heftige Kritik an der Polizei. Die Frau soll kurz vor der Tat bei der Exekutive um Hilfe gebeten haben.

Die Beamtin am Notruf-Telefon habe ihr allerdings nur geraten, Anzeige gegen ihren Mann zu erstatten. Ein Streifenwagen wurde nicht vorbeigeschickt.

Die Polizei weist die Vorwürfe nun zurück, nehme die Sorgen der Verwandten aber ernst, hieß es auf "Heute"-Anfrage. Deshalb habe man nun eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Linz geschickt. Die betroffene Beamtin werde außerdem bis zur Klärung nicht mehr am Notruf-Telefon arbeiten.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es zu einem Amtsmissbrauch oder einer strafrechtlich relevanten Handlung gekommen ist, erklärte Sprecherin Ulrike Breiteneder gegenüber "Heute". Sie rechnet allerdings nicht mit einer Anklage. "Amtsmissbrauch wäre dann gegeben, wenn ein Beamter bewusst und wissentlich jemandem die Hilfe verweigert, um ihn zu schädigen."

Die Staatsanwaltschaft kenne auch den Namen der Beamtin nicht. Von einer Anzeige könnte man laut Breiteneder rein rechtlich also nicht sprechen. 

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    Die Polizei ist am Abend noch am Tatort.
    Die Polizei ist am Abend noch am Tatort.
    laumat.at / Matthias Lauber

    Verdächtiger war zuvor schon handgreiflich

    Der Verdächtige war allerdings schon einmal handgreiflich gegen seine Ehefrau – und zwar vor zwei Jahren. "Er hat sie mit dem Fuß getreten und auf sie eingeschlagen", berichtete eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels gegenüber "Heute".

    Die Frau erlitt durch den Angriff Verletzungen am ganzen Körper. Der 27-Jährige wurde damals zu zwei Monaten bedingter Haft und zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt. "Heute"  berichtete.

    Er habe der Frau auch schon vor Tagen SMS geschrieben. "Ich bringe dich um", soll es darin geheißen haben. Am Mittwoch sei er dann vor dem Fitness-Center aufgetaucht. Die Frau rief deshalb um 13.48 Uhr beim Notruf an. Der Mann ist schwer drogen- und alkoholsüchtig. Zuletzt hat er sich in einer Suchtklinik aufgehalten.

    "Meine Tochter hat noch bei seiner Suchtklinik angerufen, wo er eigentlich sein sollte, und beim Notruf der Polizei, dass sie Angst hat", berichtet die Mutter gegenüber der "Krone".

    Dort habe man ihr aber nicht geholfen. "Ah ja, das ist ja eh nicht so schlimm. Solange er nichts gemacht hat, können wir nichts tun. Gehen sie auf die nächste Polizeistation und machen sie eine Anzeige", soll die Beamtin gesagt haben. Um kurz nach 14 Uhr erfolgte dann der nächste Anruf bei der Exekutive. Da war es aber schon zu spät. Der Mann hatte sich bereits Zugang zum Fitnesscenter verschafft und die Frau niedergestochen.

    Motiv war "rasende Eifersucht"

    Der 27-jährige Österreicher mit kosovarischen Wurzeln hat laut Polizei aus "rasender Eifersucht" gehandelt. Die beiden waren 13 Jahre zusammen fünf davon verheiratet. Sie haben auch eine Tochter zusammen, diese lebe allerdings bei den Großeltern.

    Zwischen dem Paar soll es schon länger gekriselt haben. Laut "Heute"-Informationen sind die beiden seit Kurzem geschieden. "Heute" berichtete.

    Mann sticht Ehefrau nieder "Hat meine Ehre verletzt"

    Ein 52-jährige Syrer saß am Mittwoch wegen Mordversuchs am Landesgericht Linz auf der Anklagebank. Am 23. Mai soll er seine Frau mit einem Tapetenmesser niedergestochen haben – laut Staatsanwalt mit der Absicht, sie zu töten.

    Die Frau hatte Glück im Unglück. Ein Geistlicher und eine Krankenschwester sahen den Streit und schritten ein. Auch sie wurden von dem 52-Jährigen bedroht. "Heute" berichtete.

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