Satelliten als "Spürhunde"

"Mission Moskito" – Mückenbekämpfung aus dem Weltall

Ob Mückenplage oder Flutalarm - europäische Forscher nutzen Satellitendaten, um rechtzeitig zu warnen und Menschen zu schützen.
Bernd Watzka
27.11.2025, 06:01
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Was früher nur Astronauten und Raumfahrtagenturen nutzten, hilft heute im Alltag: Die Erdbeobachtung aus dem All wird zunehmend zur Lebensretterin auf der Erde. Ob gegen Krankheiten oder Naturkatastrophen - Satelliten liefern täglich Millionen Daten, die klügere Entscheidungen ermöglichen.

Mückenbrutstätten identifizieren

Ein Beispiel: Das Projekt EYWA („Early Warning System for Mosquito-Borne Diseases“) nutzt seit 2020 hochauflösende Satellitenbilder, um Mückenbrutstätten zu identifizieren - noch bevor sie zur Plage werden. Denn durch den Klimawandel breiten sich von Mücken übertragene Krankheiten wie West-Nil- oder Dengue-Fieber auch in Europa aus.

Behörden können gezielt vorgehen

"Es war schon immer ein großes Problem, da weltweit Millionen von Menschen betroffen sind, aber in den letzten zehn Jahren werden diese Krankheiten zunehmend auch in Europa übertragen", erklärt Astrophysiker und Projektkoordinator Haris Kontoes vom Nationalen Observatorium in Athen gegenüber  "Horizon", dem EU-Magazin für Forschung und Innovation.

Das datenbasierte Frühwarnsystem helfe nun lokalen Behörden, schnell und gezielt gegen Brutstätten vorzugehen - mit Erfolg: In manchen Regionen wurde die Mückenpopulation halbiert.

30 Millionen Menschen geschützt

Der Erfolg gibt dem Projekt recht: EYWA schützt heute rund 30 Millionen Menschen - "von Bauern in Griechenland bis zu Bewohnern in Kamerun". Dahinter steckt ein globales Team aus Experten für Gesundheit, Klimadaten und Raumfahrttechnologie.

Warnung vor Hochwasser und Bränden

Auch Hochwasserwarnungen in Echtzeit, bessere Ernteprognosen oder das Monitoring von Waldbränden profitieren von weltraumgestützten Analysen. Die EU-Initiativen Copernicus und Sentinel öffnen dabei den Zugang zu riesigen Datenmengen - frei verfügbar für Forschung, Behörden und zunehmend auch für private Nutzer.

Fakt ist: Der Blick aus dem All hilft längst nicht nur beim Wetter - er wird zum Werkzeug gegen echte Krisen auf der Erde.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 02.12.2025, 09:45, 27.11.2025, 06:01
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