Mückstein: Darum muss Lockdown verlängert werden

Sozial- und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).
Sozial- und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Der bundesweite Lockdown wird bis 11. Dezember verlängert. Gegenüber dem Nationalrat schildert Gesundheitsminister Mückstein, warum das notwendig ist.

Der Hauptausschuss des Nationalrats hat am heutigen Dienstag grünes Licht für die Verlängerung des allgemeinen Lockdowns gegeben. Österreich bleibt damit für zehn weitere Tage, bis 11. Dezember, auf der Bremse stehen.

Neben den beiden Regierungsparteien, ÖVP und Grüne, stimmte auch die SPÖ der entsprechenden 1. Novelle zur 5. COVID-19-Notmaßnahmenverordnung von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zu. Ändern wird sich bei den Ausgangsregelungen demnach vorerst nichts, die Öffnungszeiten für Geschäfte zur Grundversorgung werden allerdings beschränkt. Supermärkte müssen früher schließen und dürfen nur noch bis maximal 19 Uhr offenhalten.

Spitalssituation "dramatisch"

Mückstein begründet die Notwendigkeit der Lockdown-Verlängerung mit der nach wie vor drohenden Gefahr des Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung. Zudem sei die damit verbundene Kontaktreduktion zur Aufrechterhaltung der Spitalsversorgung im gesamten Bundesgebiet weiterhin unerlässlich.

Laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zeigen die Maßnahmen zwar mittlerweile Wirkung, wie etwa die 7-Tages-Inzidenz oder knapp über 71 Prozent der Gesamtbevölkerung mit zumindest einer Teilimpfung zeigten, dennoch befänden sich die Infektionszahlen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau und die Situation in den Spitälern sei dramatisch.

Intensiv-Chaos

"Die Intensivstationen waren in der Pandemie noch nie so voll wie heute", so Mückstein mit Verweis auf die aktuell 644 Patienten in intensivmedizinischer Betreuung. Stimmt nicht ganz, wie ein kurzer Faktencheck ergibt. Laut AGES-Daten mussten vor fast genau einem Jahr (25. November 2020), am Spitals-Höhepunkt der zweiten Welle, gesamt 709 Corona-Patienten auf den heimischen ICUs behandelt werden.

Was nicht ist, kann leider noch werden. Denn wie Mückstein weiter erklärt, werde sich die Kapazitätslage in den nächsten ein, zwei Wochen weiter zuspitzen, insbesondere in Hinblick auf personelle Ressourcen. Triagen finden in Österreichs Spitälern bereits statt. Und nicht nur bei leichten Operationen, sondern auch bei jenen für Krebspatienten ("Heute" berichtete). In manchen Fällen müsse zudem darüber entschieden werden, welcher Patient eine höhere Überlebenschancen habe, schildert der Gesundheitsminister.

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Omikron-Unsicherheit

Was die jüngst aufgetretene Omikron-Variante betrifft, bestätigte der Minister einen nachgewiesenen Fall in Österreich, weitere Verdachtsfälle würden untersucht. Zum jetzigen Zeitpunkt sei allerdings nicht abschließend klar, ob die Variante schwere Krankheitsverläufe verursache oder die Impfung wirke, zitiert die Parlamentskorrespondenz die Aussagen Mücksteins. Experten würden allerdings die Aussage wagen, dass eine Booster-Impfung sehr wahrscheinlich Schutz gegen die neue Variante bieten werde.

Weitere Lockdown-Verlängerung?

Wie es mit dem Lockdown nach dem 11. Dezember weitergeht, hängt laut Minister von der weiteren epidemiologischen Situation ab. Klar sei aber die Verlängerung des Lockdowns für Ungeimpfte, wie Mückstein erklärte.

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