Musikszene drängt auf "Kultur-Tausender"

Mehr Fördermittel, mehr Airplay im TV und Radio: Die freie Musikszene richtet sich in einem Offenen Brief vor allem an die kulturverantwortlichen Regierungsmitglieder Werner Kogler und Ulrike Lunacek.
Mehr Fördermittel, mehr Airplay im TV und Radio: Die freie Musikszene richtet sich in einem Offenen Brief vor allem an die kulturverantwortlichen Regierungsmitglieder Werner Kogler und Ulrike Lunacek.(Bild: iStock)
Die freie Musikszene richtet sich an die österreichische Bundesregierung, um auf die existenzbedrohende Situation ihrer Berufsgruppe aufmerksam zu machen.

Der Druck der Kunst- und Kultur-Szene wächst und wächst. Seit Mitte März sind alle Kultur-Veranstaltungen verboten. Zwar öffnen langsam aber sicher erste Museen. Aber Konzerte, Kabaretts und Theater? Fehlanzeige. Jetzt richtet sich die freie Musikszene in einem Offenen Brief vor allem an die kulturverantwortlichen Regierungsmitglieder Werner Kogler und Ulrike Lunacek.

Fördermittel und Airplay erhöhen

Die Aussicht für den gesamten Berufsstand sei "beispiellos verheerend". Daher fordern die Musiker - ähnlich dem von der Bundesregierung angedachten "Corona-Tausender" für die "Helden der Krise" - unbürokratische Soforthilfe in Form eines monatlichen Einkommens von jeweils 1.000 Euro pro Musiker zumindest bis zum Jahresende.

Darüber hinaus soll die Förderung von Online-Aufführungen, analog zur Förderung von "echten" Konzerten, schnell möglich gemacht werden. Auch müssen Studioaufnahmen förderbar werden - nicht nur für Veröffentlichungen auf Tonträgern, sondern auch für Online-Streamings und Radiofeatures.

TV- und Radio-Initiative

Geht es nach den Musikern – insbesondere jene der Wiener Initiative mitderstadtreden – sollen behördliche Genehmigungen für Aufführungen und Performances im Freien sowie im öffentlichen Raum unter Einhaltung der "Corona-Regeln" unbürokratisch zu bekommen sein. Außerdem brauche es aufgrund der derzeitigen Sicherheitsvorkehrungen größere Proberäume. Daher sollten aktuell geschlossene Kulturinstitutionen des Bundes, wie Konzert- oder Theaterhäuser, dazu verpflichtet werden, ihre Räumlichkeiten der freien Szene zur Verfügung zu stellen.

Abschließend wird noch eine "Rundfunk-Initiative" gefordert: "Wir brauchen eine erhöhte Anzahl von geförderten Auftritten im Rundfunk (Radio und Fernsehen) und auf digitalen Plattformen. Freiluftkonzerte könnten mit einem Livestream kombiniert werden".

Kritik an grüner Kulturpolitik wächst

Die kritischen Stimmen gegenüber vor allem Kulturstaatssekretärin Lunacek häuften sich in den vergangenen Tagen. Neben Kabarettist Lukas Resetarits, Entertainer Wolf Frank und Musiker Andy Lee Lang kommen auch harsche Worte vom Koalitionspartner. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ortete "einige konkrete Problemfelder" bei den Corona-Hilfsmaßnahmen und betonte, dass die "lebendige und aktive Kulturlandschaft existenziell bedroht" sei. Sie wünscht sich klare Antworten auf die Probleme der Kulturschaffenden und eine langfristige Strategie.

Doch in keinem der Fälle gab es bislang eine Antwort. Ulrike Lunacek schweigt. Wie lange noch?

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