Stillen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Debatten. Obwohl es eigentlich ein natürlicher Vorgang ist, erleben zwei von drei Müttern negative Reaktionen darauf. Dies zeigte eine Befragung aus dem Jahr 2025. Ein ähnlicher Fall soll sich nun auch in Gmunden ereignet haben.
So schilderte eine 26-jährige Mutter gegenüber der "Krone", dass sie von einem älteren Herrn beschimpft wurde. Demnach sei sie gerade mit ihrer sechs Monate alten Tochter spazieren gewesen, als diese Hunger bekam. Die junge Frau wollte ihr Baby auf einer Parkbank stillen. Weil dort bereits ein älterer Mann saß, entschied sie sich jedoch dafür zu ihrem Auto zu gehen.
Sie setzte sich in den Wagen und startete diesen an um die Klimaanlage zu verwenden. An jenem Tag habe es nämlich über 30 Grad gehabt. So wurde der Mann jedoch auf die Frau und ihr Baby aufmerksam. Er habe sich vor das Auto der Mutter gestellt, das Kennzeichen angestarrt und sich dann fürchterlich übers Stillen beschwert.
Die Gmundnerin habe noch das Gespräch mit dem älteren Herrn gesucht – jedoch vergeblich. Es war jedoch nicht das erste Mal, dass die junge Mutter negative Erfahrungen machen musste. Sie sei bereits einige Tage zuvor von einem Herrn angepöbelt worden.
Dieser meinte, dass Stillen in der Öffentlichkeit nichts verloren habe und die Mutter dies lieber zu Hause machen sollte. Das Problem: Der Hunger von Babys hält sich nicht an Uhrzeiten oder Örtlichkeiten.
Gegenüber der "Krone" ordnete Stillberaterin und Mutter Heike Frenner den Vorfall ein. Laut der Expertin sei es ein "No-Go" Mütter fürs Stillen ihrer Babys anzugreifen. Ihr zufolge sei es "das Natürlichste auf der Welt". Babys sollten bis zum sechsten Monat überhaupt nur gestillt werden, betonte die Stillberaterin. Dafür sollten sich Mütter nicht schämen müssen.
Auch die rechtliche Grundlage ist klar: Das Entblößen der Brust zum Stillen eines Babys erfüllt in Österreich keinen Straftatbestand. Laut Frenner würden die meisten Mütter ihre Brust und das Kind ohnehin mit einer Stoffwindel bedecken.