Kurz vor einer überraschenden Entscheidung von US-Präsident Donald Trump haben sich auf den Finanzmärkten auffällige Bewegungen abgespielt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, kam es unmittelbar vor der Ankündigung zu ungewöhnlich hohen Verkäufen am Ölmarkt.
Demnach wurden innerhalb von nur zwei Minuten Futures im Umfang von mindestens sechs Millionen Barrel Öl abgestoßen – und das rund 15 Minuten bevor Trump bekannt gab, geplante Angriffe auf iranische Energieanlagen um fünf Tage zu verschieben. In der Folge sackten die Preise für Brent-Öl zeitweise um bis zu 14 Prozent ab. Zum Vergleich: An den Tagen zuvor lag das Handelsvolumen im selben Zeitraum lediglich bei etwa 700.000 Barrel.
Auch am Aktienmarkt zeigte sich ein ähnliches Bild. Bei Futures auf den US-Leitindex S&P 500 wurde kurz vor Trumps Posting ein Handelsvolumen von rund zwei Milliarden US-Dollar registriert.
Die auffälligen Aktivitäten werfen Fragen auf. Beobachter sehen mögliche Hinweise auf Insiderhandel. "Das Weiße Haus duldet es nicht, sollten Regierungsvertreter von Insiderinformationen profitieren", erklärte ein Sprecher Trumps gegenüber der "Financial Times". Es gebe keinerlei Belege für solche Vorwürfe, entsprechende Andeutungen seien haltlos und verantwortungslos.
Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Marktbewegungen und der späteren Ankündigung lasse sich jedoch nur schwer belegen, zitierte die "Financial Times" einen Marktanalysten. Dennoch stelle sich die Frage, wer zu diesem Zeitpunkt derart massiv mit Futures gehandelt haben könnte.