Es war ein Schock nicht nur in der Region. Nach der überraschenden Schließung des Tiefkühlgemüsewerks des belgischen Ardo-Konzerns zeichnet sich jetzt endlich eine Lösung ab. Mehrere österreichische Unternehmen wollen ihre Gemüseverarbeitung ausbauen und damit die Versorgung mit heimischem Tiefkühlgemüse sichern.
Die Schließung hatte für große Unsicherheit bei den Bauern im Marchfeld gesorgt. Mit dem Rückzug des Konzerns fällt ein wichtiger Abnehmer für die heimische Landwirtschaft weg. Nach intensiven Verhandlungen wurde nun eine Alternative gefunden.
"Ardo hat Niederösterreich vor vollendete Tatsachen gestellt, doch dank dem Einsatz der letzten Tage und Wochen konnte eine starke Lösung für die Versorgung mit heimischem Gemüse geschafft werden", erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und der designierte Landwirtschaftskammerpräsident Lorenz Mayr begrüßen die Entwicklung. Die Gemüseversorgung soll künftig auf mehrere heimische Betriebe verteilt werden, statt von einem internationalen Konzern abhängig zu sein.
Laut Pernkopf und Mayr hatte sich Ardo auch gegen eine Übernahme des Werks oder der Spezialmaschinen durch heimische Investoren gestellt. Der Konzern habe damit neue Konkurrenz verhindern wollen.
Jetzt sollen heimische Familienbetriebe und bäuerliche Genossenschaften die Verarbeitung ausbauen. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) sieht darin eine wichtige Zukunftsperspektive für die Region und mehr Planungssicherheit für die Bauern.
Welche Unternehmen konkret einspringen und wie groß die zusätzlichen Kapazitäten ausfallen, ist noch offen.