Am 24. Mai wurde das Leben von Franz K. (62) und Angela F. (55) völlig auf den Kopf gestellt. In ihrer Mietwohnung in der Schlachthausgasse in Wien-Landstraße brach in der Nacht ein Feuer aus. Die 83 Quadratmeter große Altbauwohnung brannte vollständig aus, das Paar verlor praktisch seinen gesamten Besitz – "Heute" berichtete.
Franz K. konnte sich in letzter Sekunde ins Freie retten, seine Verlobte Angela F. harrte gemeinsam mit dem 14-jährigen Hund "Lucky" am offenen Schlafzimmerfenster aus, bis die Feuerwehr sie rettete. "Ich habe mir Stoff vor den Mund gehalten und auch 'Lucky' in eine Decke eingewickelt. Es ist immer heißer geworden. Ich hatte Angst, dass ich verbrenne", erzählte die 55-Jährige.
Beide erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Mit den Flammen verschwanden nicht nur Möbel und Erinnerungsstücke, sondern auch rund 2.000 Euro Bargeld. Hinzu kamen 4.500 Euro für die Räumung der Brandwohnung, die sich die beiden von einem Bekannten leihen mussten. Besonders bitter: Die Haushaltsversicherung lehnt eine Zahlung ab, weil zum Zeitpunkt des Brandes ein Prämienrückstand (rund 80 Euro) bestanden hatte.
Seit dem Brand – mögliche Ursachen könnten eine Entladung in einer Leitung am Gang, die auf die Wohnung übergriff, oder ein zum Laden angestecktes Handy gewesen sein – war das Paar obdachlos. Zunächst kamen die beiden beim Sohn von Angela F. unter, später pendelten sie hin und her: "Wir schlafen einmal da und einmal dort. Wir schauen, dass wir für ein, zwei Nächte bei Bekannten unterkommen, manchmal übernachten wir auch im Freien, zum Beispiel auf der Donauinsel", berichtete Franz K.
In der Hoffnung auf eine (Not)-Gemeindewohnung wandte sich das Paar – beide Wiener sind arbeitslos und gesundheitlich angeschlagen – auch an die Wohnberatung Wien. Doch da kein begründeter Wohnbedarf besteht (Obdachlosigkeit ist kein begründeter Wohnbedarf, Anm.) erhielt das Paar kein Wohnticket. Der Fall liegt nun bei der Wohnungskommission, die Ende Juli darüber entscheiden wird.
Franz K. und Angela F. wandten sich daher an den Fonds Soziales Wien (FSW): "Wir haben eine Sozialarbeiterin zur Seite gestellt bekommen, die uns auf unserem Weg hilft. Unterkunft ist momentan leider keine frei, wir stehen aber auf der Warteliste und wurden auf den Status sehr dringend gesetzt", so Franz K. noch vergangene Woche.
Doch mit dem "Heute"-Bericht am Freitag (17.7.) kam die Wende: Das Paar kann bereits ab Dienstag (21.7.) ein möbliertes Doppelzimmer in der FSW-Unterkunft Obdach Gänsbachergasse in Wien-Landstraße beziehen. Für das Zimmer werden laut FSW-Homepage 437 Euro pro Monat fällig.
"Es ist für uns eine große Erleichterung. Jetzt haben wir einen fixen Platz und müssen nicht mehr ständig hin und her. Wir sind auf der richtigen Schiene. Eine Sozialarbeiterin begleitet uns, bis wir dann eine eigene Wohnung gefunden haben", freut sich Franz K.
Mit dem Einzug ist die schwierige Zeit für Franz K. und Angela F. zwar noch nicht vorbei. Aber das Zimmer in der FSW-Unterkunft bedeutet vor allem eines: Nach Wochen voller Unsicherheit haben die beiden erstmals wieder einen festen Schlafplatz – und damit Hoffnung auf einen Neustart und eine eigene Wohnung.