Der Gemeindebau am Montecuccoliplatz in Wien-Hietzing, der Ende Februar 2025 eröffnet wurde, hat einen prominenten Namen bekommen. Die Wohnanlage in der Opitzgasse 29A heißt nun offiziell Sabine-Oberhauser-Hof. Mit der Benennung erinnert die Stadt Wien an die 2017 verstorbene Ärztin, Gewerkschafterin sowie Gesundheits- und Frauenministerin.
Die Verbindung zu Hietzing ist dabei eine persönliche: Oberhauser lebte mit ihrer Familie im 13. Bezirk. Frauen- und Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) bezeichnet sie als "außergewöhnliche Frau und Politikerin: klug, geradlinig, herzlich und immer ganz nah bei den Menschen". Auch ihr Mann, war bei der Benennung anwesend.
Sabine Oberhauser wurde 1963 als Sabine Schuh in Wien geboren. Als erstes Kind ihrer Arbeiterfamilie studierte sie nach der Matura an der Universität Wien. Sie wurde Fachärztin für Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendheilkunde und arbeitete unter anderem auf der Frühgeborenenstation der Rudolfstiftung. 2004 wurde sie Oberärztin.
Parallel dazu engagierte sich Oberhauser zunehmend gewerkschaftlich und politisch. Ab 1998 war sie Personalvertreterin, 2009 wurde sie Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB), 2013 Bundesfrauenvorsitzende. Bereits 2006 war sie für die SPÖ in den Nationalrat eingezogen.
2014 wurde Oberhauser Gesundheitsministerin, ab 2016 übernahm sie zusätzlich das Frauenressort. Daneben engagierte sie sich unter anderem für die Wiener Frauenhäuser, den Österreichischen Frauenring und die Europäische Frauenlobby.
Kurz nach ihrer Angelobung zur Gesundheitsministerin machte Oberhauser ihre Krebserkrankung öffentlich. Trotz ihrer schweren Krankheit übte sie ihr Ministeramt bis Mitte Februar 2017 aus. Am 23. Februar 2017 starb sie in Wien.
"Heute bekommt die Erinnerung an Sabine Oberhauser einen ganz besonderen Platz: mitten im Leben, mitten in Hietzing", erklärte Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) bei der Benennung.
Der nach Oberhauser benannte Neubau entstand zwischen 2023 und 2025 auf einer bereits versiegelten Fläche am Montecuccoliplatz. Auf sechs Geschoßen befinden sich 62 Gemeindewohnungen. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und verfügen über Balkone, Loggien oder Eigengärten.
Zum Wohnprojekt gehören außerdem ein begrünter Innenhof mit Spiel- und Aufenthaltsbereichen sowie ein Gemeinschaftsdachgarten, auf dem auch Urban Gardening möglich ist. Für die Energieversorgung setzt die Anlage unter anderem auf Fernwärme und Photovoltaik. Das Gebäude erfüllt laut Stadt den Niedrigstenergiestandard.