Justizanstalt Hirtenberg unter Druck! Seit dem Tod eines Häftlings steht die Haftanstalt in den Schlagzeilen. Die Tragödie ereignete sich am 3. Dezember 2025: Der Mann war Anfang Dezember im Zuge einer geplanten Überstellung in eine psychiatrische Abteilung verstorben. Laut einer Recherche der Wochenzeitung "Falter" könnte es sich jedoch um weit mehr als einen Unfall handeln. Demnach bestehe der Verdacht, dass der Vorfall von Behördenseite möglicherweise vertuscht werden sollte.
In einem Statement des Justizministeriums hieß es, dass sich der Insasse bei der geplanten Verlegung "massiv gewehrt" habe, dabei sollen sowohl der Häftling selbst als auch sechs Justizwachebeamte Verletzungen erlitten haben. Trotz Reanimationsversuchs verstarb der Mann wenig später in der Klinik Eisenstadt. Die Gerichtsmedizin habe bereits wenige Tage nach dem Vorfall mehrere schwere Verletzungen gemeldet, darunter Schädel- und Serienrippenbrüche, Blutungen sowie einen Kehlkopfbruch.
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wegen des Vorsatzdeliktes der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang unter der Ausnützung einer Amtsstellung gegen insgesamt zwölf Justizwachebeamte. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Am Dienstagabend kam es vor der Justizanstalt Hirtenberg zu einer Kundgebung unter dem Titel "Gefängnis tötet". Organisiert wurde diese von der URG (Union für die Rechte von Gefangenen). Die Teilnehmer reisten unter anderem von Wien an, von 17 bis 19 Uhr wurde die Kundgebung vor der Justizanstalt abgehalten.
Unterdessen soll eine von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) eingesetzte Kommission aus fünf Fachleuten bis Ende Juni einen Abschlussbericht vorlegen. Dabei werden sowohl der klassische Strafvollzug als auch die forensisch-therapeutischen Zentren (FTZ) genau unter die Lupe genommen. Laut Berichten erfuhr Sporrer Mitte Jänner von dem Vorfall. Am 15. Jänner informierte das Justizministerium die Öffentlichkeit.