Prozess in Wien

Nach U-Bahn-Streit: Opfer misshandelt und gefilmt

Zwölf Angeklagte stehen in Wien wegen einer Racheattacke vor Gericht. Übergriffe sollen gefilmt und innerhalb der Gruppe verbreitet worden sein.
Wien Heute
23.06.2026, 07:30
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Zwölf Verdächtige im Alter zwischen 15 und 57 Jahren müssen sich derzeit am Wiener Landl  wegen mehrerer schwerer Straftaten verantworten. Die Angeklagten bekannten sich teilweise schuldig – heute, am Dienstag (23.6.), geht der Prozess weiter.

Gewalt gefilmt und verschickt

Auf der Anklagebank sitzen elf Jugendliche sowie ein 57-jähriger Mann. Laut Staatsanwaltschaft kannten sich die Beschuldigten untereinander. Ihnen wird vorgeworfen, gewalttätige Übergriffe gefilmt und die Aufnahmen innerhalb der Gruppe verbreitet zu haben.

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Streit bei U2-Station eskalierte

Auslöser soll ein Vorfall am 5. Oktober 2025 gewesen sein. Zwei Väter und ein weiterer Mann gerieten nach erheblichem Alkoholkonsum mit drei Jugendlichen in Streit. Hintergrund war laut Anklage ein Streit wegen der E-Scooter der Jugendlichen.

Rache geschworen

Im Zuge der Auseinandersetzung wurde ein 56-Jähriger geschlagen und über die Stufen der U-Bahn-Station gestoßen. Der Mann erlitt einen Rippen- und Nasenbruch. Der Verletzte kam ins Krankenhaus. Laut Anklage soll sein damals 18-jähriger Sohn daraufhin Rache geschworen, seinen Kumpel um Hilfe gebeten haben. Am nächsten Tag sollen der Freund und acht weitere Jugendliche am Wonkaplatz auf die drei Burschen losgegangen sein.

Jener Jugendliche, der den Vater über die Treppe gestoßen haben soll, wurde laut Anklage ebenfalls über die Stufen geschubst. Danach sollen die Angreifer auf ihn eingeprügelt haben, bis er bewusstlos liegen blieb. "Man wundert sich, dass er wieder aufgestanden ist", so der Staatsanwalt am Freitag vor Gericht. Außerdem soll dem Opfer die Geldbörse geraubt worden sein.

Vater dankte für Rache

Anschließend sollen die Angreifer auch die beiden anderen Jugendlichen attackiert haben, obwohl diese bei der ursprünglichen Prügelei lediglich Zeugen gewesen waren. Ein Opfer soll angeblich missbraucht worden sein. Die Übergriffe wurden laut Staatsanwaltschaft mit den Handys festgehalten. Teile dieser Aufnahmen wurden vor Gericht abgespielt. Dabei sollen sich die Mitglieder der Gruppe gegenseitig angefeuert haben. Auf den Videos sei zudem Gelächter und Gejohle zu hören gewesen.

Auch der 57-jährige Vater sitzt auf der Anklagebank. Ihm wird Beitragstäterschaft vorgeworfen. Laut Anklage soll er sich nach dem Vorfall bei den Jugendlichen dafür bedankt haben, dass sie so gut auf ihn aufgepasst hätten.

Urteil erwartet

Den Verdächtigen werden unter anderem absichtlich schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung, Nötigung sowie Missbrauch vorgeworfen. Es drohen Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren. Vier Beschuldigte wurden bereits beim letzten Termin aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Zwei von ihnen standen bereits früher wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vor Gericht. Ihre bedingten Strafen könnten nun widerrufen werden. Am Wiener Landl soll es schon am Dienstag (23.6.) ein Urteil geben.

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