Olympia-Bilanz

"Nachplärren hilft nix!" Assinger über Ski-Brennpunkte

Licht und Schatten – Damen-Chefcoach Roland Assinger zieht seine Olympia-Bilanz und bezieht auch in der Funkspruch-Causa klar Stellung.
Sport Heute
18.02.2026, 20:18
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Mit zwei Medaillen und mehreren knappen Entscheidungen sind die Alpin-Bewerbe der Frauen in Cortina zu Ende gegangen. ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger spricht von einem insgesamt starken Auftritt – auch wenn vor allem ein fünfter Platz "schmerzt, keine Frage".

Zum Abschluss verpassten Katharina Truppe und Katharina Huber im Slalom als Fünfte und Sechste Edelmetall. Zuvor hatten Ariane Rädler und Huber mit Gold in der Teamkombination sowie Cornelia Hütter mit Bronze im Super-G für die rot-weiß-roten Höhepunkte gesorgt.

"Summa summarum zufrieden sein. Wir können erhobenen Hauptes heimfahren", resümierte Assinger in der "APA". Nach der Enttäuschung in der Abfahrt hatte sich das Team stark zurückgemeldet. Vor allem der Triumph in der Teamkombination bleibt für den Cheftrainer in Erinnerung.

"Das Gold von Ari und Kathi Huber tut sehr, sehr gut. Das war das Highlight aus österreichischer Damensicht. Es war ein spannungsgeladenes Rennen mit einem super Ergebnis, wo die Besten am Start waren. Super-G war ein reiner Kampf und die langersehnte Medaille von Conni ist geglückt", erklärte Assinger.

Österreichs Medaillen-Helden

🥈Sabine Payer – Snowboard-RTL (Tag 2)

🥇Benjamin Karl – Snowboard-RTL (Tag 2)

🥈Jonas Müller – Rodel-Einsitzer (Tag 2)

🥈Manuel Feller / Vincent Kriechmayr – Ski-Kombi (Tag 3)

🥇Ariane Rädler / Katharina Huber – Ski-Kombi (Tag 4)

🥈Johannes Lamparter – Nordische Kombi, Normalschanze (Tag 5)

🥉Selina Egle / Lara Kipp – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)

🥈Thomas Steu / Wolfgang Kindl – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)

🥉Cornelia Hütter – Super-G (Tag 6)

🥇Alessandro Hämmerle / Snowboard-Cross (Tag 6)

🥉Jakob Dusek – Snowboard-Cross (Tag 6)

🥈Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp – Rodel-Teamstaffel (Tag 6)

🥇Janine Flock – Skeleton (Tag 8)

🥈Fabio Gstrein – Slalom (Tag 10)

🥇Jan Hörl / Stephan Embacher – Skispringen Super-Team (Tag 10)

🥈Johannes Lamparter – Nordische Kombi, Großschanze (Tag 11)

🥉Matej Svancer – Ski-Freestyle, Big Air (Tag 11)

Dazu kamen zwei vierte Plätze: Hütter in der Abfahrt, Rädler im Super-G nur eine Hundertstel hinter Bronze, sowie Rang fünf im Slalom (Truppe) und eben im Riesentorlauf durch Julia Scheib.

"Das sind die Sachen, die weh tun", sagte Assinger. "Aber wir waren in jeder Disziplin dabei. Das eine oder andere kann man besser machen, aber man kann ja auch ohne Medaille heimfahren."

Besonders bitter war der Riesentorlauf. Nur sieben Hundertstel fehlten Scheib auf Silber, selbst Gold war lange in Reichweite. Am Ende blieb Rang fünf. "Das schmerzt, keine Frage", sagte Assinger. Scheib selbst war im Ziel tief enttäuscht. "Ich bin am Boden zerstört. Das ist jetzt schon einmal eine Sache, die man verarbeiten muss", sagte die 27-Jährige. Die Causa um den falschen Funkspruch in Durchgang eins beschäftigt Ski-Österreich bis heute.

"Diese Funksprüche sind in jedem Rennen"

Vor dem letzten Übergang wurde Scheib gewarnt, sie wählte eine etwas vorsichtigere Linie und verlor entscheidende Zehntel. Assinger, der am Renntag Fehler der ÖSV-Trainer eingestanden hatte, wollte die Debatte nicht überbewerten. "Das wird zu polarisiert", sagte er. "Diese Funksprüche sind in jedem Rennen. Bei der Hütter hat es ihr die Bronzemedaille gerettet."

Scheib selbst stellte klar: "Fehler passieren. Bisher war die Zusammenarbeit immer gut." Und weiter: "Wir gewinnen zusammen als Team und verlieren als Team."

Dass sie im zweiten Durchgang eine der schnellsten Laufzeiten setzte, zeigt, wie konkurrenzfähig sie war. Umso größer bleibt der Schmerz über die verpasste Medaille.

Assinger ist überzeugt, dass seine Läuferin das wegsteckt. "Sie ist schon wieder in der Spur. Zwei Stunden später hat sie gesagt, passt, abgehakt, weiter geht's. Nachplärren hilft nichts, das bringt uns nicht weiter, das bringt sie nicht weiter. Im Sport gibt es so viele ups and downs, damit muss man umgehen lernen."

Auffällig: Alle drei österreichischen Medaillengewinnerinnen sind über 30. Für Assinger keine Überraschung. "Die Routine spricht für die Damen, heutzutage verschiebt sich alles nach oben", sagte er und verwies auf Doppel-Olympiasiegerin Federica Brignone: "Die Grand Dame der Spiele. Was die geleistet hat, so zurückzukommen, sie ist für mich der Superstar der Olympischen Spiele. Da sieht man, was Kampfgeist und Routine ausmacht."

Scheib geht mit Vorsprung ins Riesentorlauf-Finale, Hütter hat in der Abfahrt nach der Verletzung von Lindsey Vonn die Kugel in Greifweite. Selbst der Nationencup ist noch nicht abgeschrieben. "Das ist schon mein geheimes Ziel, abgerechnet wird in Hafjell."

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.02.2026, 20:18
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