Nächstes ÖVP-Bundesland will Corona-Sperrstunde lockern

Die 30.000 Plätze fassende Red Bull Arena darf aktuell nur zu 6,6 Prozent gefüllt sein.
Die 30.000 Plätze fassende Red Bull Arena darf aktuell nur zu 6,6 Prozent gefüllt sein.KRUGFOTO / APA / picturedesk.com
Mit Salzburg will nun bereits das dritte ÖVP-Bundesland die Sperrstunde nach hinten verlegen. Als Anlass nimmt man das anstehende CL-Achtelfinale.

Rund 20.000 der 550.000 Salzburger sind gerade aktiv mit dem Coronavirus infiziert, das ist mehr als jeder 30-te Einwohner. Die Inzidenz beträgt im Schnitt 2.700, im Bezirk Pinzgau sogar 3.900. Gleichzeitig sind 25 Prozent der impfbaren Bevölkerung noch ungeimpft.

Das Contact Tracing musste wegen der vielen Infektionsfälle bereits ausgesetzt werden. Nur, wer in einer Teststraße des Roten Kreuzes ein positives Ergebnis erhält, bekommt eine automatisierte SMS. Am Donnerstag werden laut EMS über 3.000 Neuinfektionen erwartet. Es wäre ein neuer Rekord.

Historisches

Gleichzeitig herrscht in der Mozartstadt aber auch sowas wie Euphorie. Nach elf gescheiterten Qualifikationen zur Champions League und der dritten Teilnahme an der Gruppenphase hat es der RedBull-Verein diesmal in die KO-Runde geschafft. Dort trifft man am 16. Februar zu Hause auf den FC Bayern München.

Eine Art Derby und ein Messen mit einer der besten Mannschaften der Welt, das wohl lange im Voraus für ausverkaufte Ränge gesorgt hätte. War dies in der Gruppenphase noch möglich, schaut das jetzt, wo es ernst wird, anders aus. 2.000 Zuseher sind erlaubt, diese müssen geboostert und PCR-getestet sein, um 22 Uhr gilt bundesweit die Sperrstunde.

Praktischer Zuschauerausschluss

Weil Spiele der Champions League nun mal erst um 21 Uhr angepfiffen werden (mit Ausnahme der Spiele unter Beteiligung eines Teams einer anderen Zeitzone), würde die Sperrstunde um 22 Uhr zu einem praktischen Zuschauerbann führen. So müssten sie dann schließlich nach der 1. Halbzeit das Stadion verlassen.

Auch an der Kapazitätsgrenze von 2.000 Personen – bei möglichen 30.000 – stört man sich. Der FC Bayern lässt etwa schon jetzt wieder 10.000 Zuseher zu sich ins Stadion. Am 8. März, wenn das Rückspiel gegen Salzburg steigt, könnten es weitaus mehr sein. Ein großer Vorteil.

Forderung nach Ausnahme

Wie der Salzburger ORF nun auf seiner Website berichtet, wollen Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) und Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) bei der Bundesregierung eine Änderung der Regeln erreichen. Die Sperrstunde solle gelockert, mehr Menschen ins Stadion gelassen werden.

Konkret wolle Salzburg die Sperrstunde auf mindestens 23 Uhr verlegen (eine Verlängerung kann es im Hinspiel noch nicht geben). Diese Lockerung solle dann aber für das gesamte Bundesgebiet und alle Bereiche gelten. Max Maurer, Sportsprecher der SPÖ im Salzburger Landtag, schließt sich dem Begehren laut "salzburg.orf.at" ebenfalls an.

Mit Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind es mittlerweile schon drei ÖVP-Bundesländer, die eine Lockerung der Sperrstunde fordern. Auch die Stimmen innerhalb der Regierung werden lauter. Gesundheitsminister Mückstein bleibt unterdessen hart und schließt Lockerungen vorerst aus. Er und GECKO wurde aber auch beim Ende des Lockdowns für Ungeimpfte bereits "torpediert".

Auch Club eingebunden

Die Forderung wurde offenbar auch auf Bestreben des Clubs an den Bund herangetragen, wie RBS-Geschäftsführer Stephan Reiter in einer Aussendung zusammenfasst. Man sei laufend in intensiven Gesprächen mit den Behörden.

"In Anbetracht der Bedeutung dieses Spiels hoffen wir, dass sich die Gesamtsituation entspannt und wir durch unsere gemeinsamen Bemühungen am Ende eine Austragung vor Fans umsetzen können. Zusammen mit der Landespolitik haben wir deshalb Vorschläge erarbeitet, die nun an den Bund herangetragen wurden", so Reiter.

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