Angestellt war die 24-Jährige eigentlich nur für 18 Stunden – doch dabei blieb es bei weitem nicht. Aus kurzen Spieleinheiten mit den Kindern wurde nächtelanges Aufpassen. Das vereinbarte Gehalt spiegelte schon längst nicht mehr die Arbeitsleistung wieder, wie auch die Arbeiterkammer Steiermark erkannte.
Stunden um Stunden häuften sich an. Woche für Woche arbeitete eine junge Frau aus Südostasien deutlich mehr, als in ihrem Vertrag stand. Erst nach neun Monaten wurde klar, wie groß das Ausmaß tatsächlich war.
Die 24-Jährige war im vergangenen Jahr bei einer Grazer Familie als Au Pair angestellt. Bezahlt wurde sie für Kinderbetreuung und leichte Hilfstätigkeiten im Haushalt. Dafür erhielt sie – inklusive Sonderzahlungen – 650 Euro im Monat.
Doch schon bald überschritt die tatsächliche Arbeitszeit das vereinbarte Ausmaß deutlich. Die junge Frau musste nicht nur tagsüber einspringen, sondern auch nachts auf das Kind schauen. Auf das vereinbarte Stundenkontingent nahmen die Eltern dabei keine Rücksicht.
Erst ein Bekannter machte die Au-pair-Kraft darauf aufmerksam, dass diese Situation nicht rechtens sein könne, und riet ihr, sich an die Arbeiterkammer zu wenden. Ein entscheidender Punkt: Die Frau hatte ihre Arbeitszeiten genau dokumentiert.
Die Überprüfung durch die AK brachte ein klares Ergebnis. Rund 300 Mehrstunden hatten sich innerhalb von nur drei Vierteljahren angesammelt. Gemeinsam mit Entgelt für nicht verbrauchte Ersatzruhe und offenen Sonderzahlungen forderten die AK-Arbeitsrechtsexperten 5.200 Euro von der Familie. Die Familie zahlte den Betrag ohne Einspruch.