Absurde Aussage

Naidoo: "Wir alle haben Menschenfleisch gegessen"

Bei einer Demonstration in Berlin verbreitete der Sänger eine verstörende Theorie über angeblich mit "embryonalem Gewürzmittel" versetzte Chips.
Heute Entertainment
25.02.2026, 18:40
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Eigentlich wollte Xavier Naidoo musikalisch neu durchstarten. Doch am Rande einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin irritierte der Mannheimer Sänger erneut mit drastischen Aussagen. Im Zentrum steht dabei eine besonders absurde Behauptung: Ein US-Unternehmen streue "embryonales Gewürzmittel" auf Chips.

In Videos, die unter anderem auf YouTube und der Plattform "X" kursieren, ist zu hören, wie Naidoo erklärt, er sei überzeugt, dass alle Anwesenden bereits "Menschenfleisch gegessen" hätten – ohne es zu wissen. Für sogenannte "Kannibalen" sei es das Wichtigste, "dass wir alle Kannibalen werden".

Gefährliche Verschwörungsmythen

Die Chip-Behauptung bildet dabei den Kern seiner Ausführungen: Ein namentlich nicht genanntes US-Unternehmen mische angeblich embryonales Material als Geschmacksstoff unter Snacks. Belege für diese schwere Anschuldigung lieferte Naidoo nicht.

Der Sänger sprach am Rande einer Kundgebung gegen Kindesmissbrauch, die sich auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten bezog. Dort fiel auch der Satz: "Die fressen unsere Babys."

Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume warnte vor der Radikalisierungswirkung solcher Begriffe. Ein Teil von Naidoos Anhängerschaft könne Schlagworte wie "Kinderfresser" oder "Menschenfresser" im Kontext antisemitischer Verschwörungsmythen verstehen – das sei gefährlich.

Auch Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht äußerte sich kritisch. Es sei bedauerlich, dass Naidoo erneut "krude Verschwörungstheorien" verbreite. Der Grünen-Stadtrat Gerhard Fontagnier erklärte, der Sänger habe gezeigt, dass er sich nicht grundlegend geändert habe.

Naidoo hatte sich 2022 von früheren antisemitischen und verschwörungsideologischen Aussagen distanziert. Ende vergangenen Jahres startete er eine Comebacktour.

Am Landgericht Mannheim sind derzeit weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen ihn anhängig. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, über einen Telegram-Kanal Inhalte mit Holocaust-leugnendem und antisemitischem Charakter verbreitet zu haben. Seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe.

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