Schwanger im Jus-Studium

Mutter und Master – Villacherin (31) kassiert Shitstorm

Ein Video über Studium und Mutterschaft machte eine Influencerin über Nacht bekannt. Doch mit der Reichweite kamen hunderte negative Kommentare.
André Wilding
25.02.2026, 16:38
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Innerhalb von nur zwei Tagen wurde ein Video der Villacher Content-Creatorin Eva-Maria Meidl mehr als 1,5 Millionen Mal angesehen. Darin spricht die 31-Jährige über ihren Bildungsweg, Mutterschaft und berufliche Ziele. Was folgte sind zahlreiche sexistische und beleidigende Kommentare. Auslöser für die hitzige Debatte war unter anderem der Satz: "Aber klar, lass über meinen Rock reden".

Mutter mit 25 Jahren

Was als persönlicher Erfahrungsbericht gedacht war, entwickelte sich rasch zum viralen Thema. Meidl, die auf Instagram unter "eva.maria_meidl" rund 43.000 Follower zählt, erzählt im Clip, dass sie während ihres Jus-Studiums mit 25 Jahren Mutter wurde, ihr Studium abschloss und zusätzlich zwei Masterprogramme absolvierte. Im Mittelpunkt standen Bildung, Disziplin und der Spagat zwischen Familie und Karriere.

Doch statt inhaltlicher Diskussionen verlagerte sich ein Teil der über 400 Kommentare auf persönliche Aspekte. Die 31-Jährige sieht darin kein isoliertes Phänomen. "Wenn eine Frau öffentlich über Leistung spricht, verschiebt sich die Aufmerksamkeit erstaunlich schnell weg vom Inhalt – hin zur Person", wird sie im Portal "5 Minuten" zitiert.

Hate-Kommentare kein Nebengeräusch"

Seit Jahren beschäftigt sich Meidl mit Themen wie Rollenbilder, Familie und berufliche Entwicklung. Die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere zählt zu ihren Schwerpunkten. "Ich habe selbst viel Gegenwind erlebt, als ich während meines Jus-Studiums schwanger wurde", erklärt sie. "Gerade deshalb halte ich es für wichtig, sichtbar zu machen, dass unterschiedliche Lebensentwürfe möglich sind", heißt es in dem Bericht weiter.

Mit ihrer öffentlichen Stellungnahme will sie nicht nur auf persönliche Angriffe reagieren, sondern eine breitere Diskussion anstoßen. "Hate-Kommentare sind kein Nebengeräusch des Internets. Sie prägen, was junge Menschen als normal empfinden", sagt sie gegenüber "5 Minuten". Bleiben Beleidigungen oder persönliche Angriffe unwidersprochen, verschieben sich aus ihrer Sicht gesellschaftliche Maßstäbe.

"Nicht schweigen"

"Deshalb halte ich es für wichtig, nicht zu schweigen", so Meidl. "Nicht, um mich zu verteidigen – sondern um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wir online miteinander umgehen." Für sie sind digitale Räume längst ein kultureller Faktor: "Digitale Räume formen Kultur. Und Kultur formt Haltung", stellt sie weiter klar.

Für die Villacherin geht es daher um mehr als ein einzelnes Video – sondern um die Frage, wie respektvoll Debatten im Netz künftig geführt werden.

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