Neo-Kanzler packt live auf Ö3 über Anruf von Kurz aus

Zu Beginn der Woche wurde Alexander Schallenberg zum neuen Kanzler des Landes angelobt.
Zu Beginn der Woche wurde Alexander Schallenberg zum neuen Kanzler des Landes angelobt.
HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Zu Beginn der Woche wurde Alexander Schallenberg zum neuen Bundeskanzler angelobt. Im Ö3-Wecker lernten ihn die Österreicher nun besser kennen.

Nach seinem ersten Auslandsbesuch als Kanzler in Brüssel am Donnerstag war Neo-Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) am Freitag zu Gast im Ö3-Wecker mit Philipp Hansa. Dort stellte er sich diversen Fragen der Zuhörer.

Unter anderem beschäftigt die Österreicher folgendes:

 Die Reaktion auf den entscheidenden Anruf?

Wie hat Schallenberg auf den Anruf und die Frage reagiert, ob er Bundeskanzler werden wolle? Er habe zunächst einen Familienrat abgehalten. Sein Vater war der erste, den er angerufen habe. Allesamt waren eindeutig dafür: Er soll das Amt annehmen. So war es dann auch.

 Reaktion auf eine eventuelle Anklage/Verurteilung von Kurz?

Jetzt müsse der Neo-Kanzler sich auf sein Amt konzentrieren. Alles Andere werde sich mit der Zeit zeigen, wichtig sein nun "Ruhe in die Sache" zu bringen. Die Regierung steht, das sei gerade das Wichtigste.

"Wir sind alle Menschen, da sind natürlich auch Risse entstanden."

Nun brauche es etwas Zeit, bis jene wieder gekittet werden. Hinsichtlich der Kurz-Frage hob er die nicht anzuzweifelnde Arbeit der Justiz hervor, die diesen Sachverhalt klären werde.

Innerhalb der Bundesregierung müsse das Vertrauen wieder aufgebaut werden, erklärte Schallenberg. Danach soll auch das Vertrauen der Menschen Schritt für Schritt zurückgewonnen werden.

 "Warum hatten Sie so lange keine Sozialen Medien?"

Als Außenminister hatte er nur über das Ministerium einen Twitter-Account. Er wolle nämlich weniger, dass über ihn als Person geredet werde, als viel eher über seine Tätigkeit.

Der Tweet-Fehler am Donnerstag beim ersten Auslandsbesuch als Bundeskanzler sei ein Versehen gewesen. "Ich habe schmunzeln müssen", sagte Schallenberg. Fehler würden schließlich geschehen, ein weiteres Mal werde dies bestimmt nicht vorkommen.

 "Wie Kurz regiert Schallenberg?"

Zu seiner Person und den derzeitigen Geschehnissen gibt es so einige Wortspiele. Ein solches Wortspiel lautet "Wie Kurz regiert Schallenberg?" Zwar sei er generell ein Fan von Wortspielen, doch dieses lasse er nicht an sich ran.

Er werde sich sein eigenes Team zusammenstellen und sich der Arbeit als Kanzler widmen. Viel Zeit für die Beachtung solcher und ähnlicher Wortspiele habe er ohnehin nicht. Er erinnert daran:

"Ich bin vor vier Tagen angelobt werden."

 Könnte eine Legalisierung von Cannabis in Österreich kommen?

"Das steht jetzt nicht ganz oben auf der Agenda", muss Schallenberg enttäuschen. In Deutschland sei die Frage nach der Cannabis-Legalisierung derzeit im Gespräch, die Möglichkeit dafür sei sogar so groß wie nie zuvor. In Österreich ist dies aber nicht der Fall.

 "Warum blicken Sie im Parlament immer auf ihr Handy?"

Ein Zuhörer machte Schallenberg darauf aufmerksam, dass es alles Andere als höflich sei, in einem Gespräch aufs Handy zu starren. Insbesondere im Parlament, wo man ihn direkt anspricht und verzweifelt den Blickkontakt sucht.

Der Kanzler zeigte sich einsichtig, rechtfertigte sich aber auch. Er habe die letzten Tage viele Stunden im Parlament verbracht, angesichts seines aktuellen Amtes aber auch viele Nachrichten erhalten, die es abzuklären galt. "Ich gebe zu, das ist nicht höflich. Ich gelobe Besserung", so der Kanzler.

 Hilfe für Jugendliche angesichts der Pandemie?

Kinder und Jugendliche haben im Rahmen der Corona-Krise sehr gelitten. Er selbst habe vier Kinder und habe miterlebt, wie schwer die vergangene Zeit war. Die Pandemie müssten wir hinter uns lassen – die Impfung sei das Ticket raus aus der Krise, betont Schallenberg.

"Bitte lasst euch impfen."

Derzeit gebe es eine Pandemie der Ungeimpften, betont Schallenberg und verweist auf "Zauderer und Zögerer".

 Welches Level auf Candy Crush?

Die Frage nach Candy Crush brachte den Neo-Kanzler zum Lachen. Allerdings musste er enttäuschen: "Auf gar keinem, ich habe nämlich kein Candy Crush." Moderator Philipp Hansa merkte an dieser Stelle an, dass es sich hierbei um die meist gestellteste Frage an den Kanzler handele.

Schallenberg habe dieses Spiel jedoch nicht am Handy. Um sich die Zeit zu vertreiben, spiele er höchstens Solitaire.

 Erste Rede genauso machen?

Auf die Frage, ob er seine erste Rede als Kanzler genauso halten würde, oder etwas ändern würde – etwa die Kurz-Passagen – antwortete der Kanzler: "Ja, ich würde es wieder tun."

 Wie viel Kontakt zu Kurz?

Diese Woche hatte Schallenberg nur einmal Kontakt zum Ex-Kanzler – und zwar am Montag, da gab's die Klubsitzung. Er sei beschäftigt mit seiner Arbeit, führe viele Gespräche. Er müsse die Regierung wieder zusammenführen.

Die Regierung sei nämlich wie ein Fußballteam – um Tore zu schießen, müsse man zusammenarbeiten, zieht Schallenberg den Vergleich.

 "Welche Akzente wollen Sie in der Politik setzen?"

Als seine Aufgabe sieht er es, das "Schiff in ruhige Gewässer" zu bringen. Durch seine Diplomaten-Karriere und Erfahrung als Außenminister werde er gewiss eine sehr starke europapolitische Komponente haben. Die drei wichtigsten Punkte auf seiner Agenda seien aber die Pandemie, der Wirtschaftsaufschwung sowie die Steuerreform.

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