Die Wiener FPÖ übt Kritik am neuen Dienstzeitmodell der Polizei. Bei einer Pressekonferenz im Wiener Rathaus warnten FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp und FP-Stadtrat Stefan Berger am Donnerstag (10.9.) vor möglichen Folgen für die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen der Polizisten.
Das neue Modell wird seit 1. September unter anderem in Wien-Leopoldstadt und in der Brigittenau erprobt. Für Nepp kommt der Test zur falschen Zeit. Er sieht die Sicherheitslage in Wien angespannt und fordert stattdessen mehr Polizisten auf den Straßen.
Als Beispiel verwies Nepp auf Einbrüche und Sachbeschädigungen im Bereich des Vorgartenmarkts. Gerade dort, wo es wiederholt zu Gewaltdelikten oder Problemen mit Jugendgruppen komme, brauche es laut FPÖ mehr Polizeipräsenz und kurze Reaktionszeiten. Die Polizei werde stattdessen "kaputtgespart", kritisierte Nepp. Sein Urteil zum neuen Dienstzeitmodell fällt entsprechend deutlich aus: "Das neue Modell verschärft die Notlage."
Auch die geplante Evaluierung sieht der FPÖ-Landesparteiobmann kritisch. Nach dem Probebetrieb soll das Modell ab Dezember ausgewertet werden. Laut Nepp könne das Ergebnis aber verzerrt werden, wenn Polizisten aus anderen Bezirken regelmäßig zur Unterstützung ausrücken müssten.
Sollte das Modell später in ganz Wien gelten, stelle sich die Frage, woher diese zusätzlichen Kräfte kommen sollen. Nepp fordert deshalb mehr Polizeipräsenz in der Bundeshauptstadt sowie bessere und planbare Arbeitsbedingungen. Auch Bürgermeister Michael Ludwig müsse sich aus Sicht der FPÖ einschalten.
Berger stellte vor allem die Belastung der Polizisten in den Mittelpunkt. Ausreichende Erholungszeiten seien gerade in diesem Beruf entscheidend, weil im Einsatz oft innerhalb weniger Sekunden weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssten.
Die FPÖ befürchtet durch das neue Modell zusätzliche Belastungen für die Polizisten und ein mögliches Sicherheitsrisiko für die Wiener Bevölkerung. Die Erfahrungen der betroffenen Beamten müssten bei der weiteren Entscheidung stärker berücksichtigt werden, fordert Berger.