Der Menschenhandel in der EU nimmt zu. Allein 2023 und 2024 wurden mehr als 20.000 Betroffene registriert – ein Plus von 16,1 Prozent gegenüber dem vorherigen Vergleichszeitraum. Die EU-Kommission stellte deshalb am Samstag in Brüssel einen neuen Plan zur Bekämpfung des Menschenhandels vor.
Vor allem Frauen und Mädchen geraten ins Visier der Täter. Sie machen 63 Prozent der erfassten Opfer aus und werden meist sexuell ausgebeutet. Bei männlichen Betroffenen steht hingegen Zwangsarbeit im Vordergrund. 74 Prozent der Männer sind davon betroffen.
Neben sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit zählen auch erzwungene Straftaten, Betteln und Zwangsheirat zu den Formen des Menschenhandels.
Die EU will nun stärker mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, Europol zusätzliche Befugnisse geben und moderne Technologien nutzen. Auch bestehende Vorschriften sollen konsequenter umgesetzt werden.
"Menschen dürfen nicht wie Ware verkauft werden", stellte EU-Innenkommissar und Ex-Finanzminister Magnus Brunner klar.
Von den bekannten Opfern stammen 36 Prozent aus EU-Ländern, die übrigen 64 Prozent aus Drittstaaten. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher sein. Denn viele Betroffene werden von den Behörden gar nicht erst entdeckt.