Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im deutschen Stade kommen weitere Einzelheiten ans Licht. Die Frau, die den mutmaßlichen Täter nach der Tat mit dem Auto zur Flucht bringen wollte, soll die Patentante jenes Kindes sein, das dem Verdächtigen zuvor weggenommen worden war.
Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine". Demnach soll die 65-Jährige wenige Tage vor der Tat ein rund 20 Seiten langes Dokument an mehrere Medien verschickt haben.
In dem Schreiben wird laut Bericht der Verlauf jenes Falls aus Sicht der Familie geschildert, der schließlich zur Wegnahme des Kindes führte. Beschrieben werde der Kampf eines aus ihrer Sicht unschuldigen Vaters gegen Behörden, die ihm das Kind zu Unrecht entzogen hätten.
Eine Drohung habe das Dokument laut Bericht nicht enthalten. Die Polizei äußerte sich auf Anfrage der Zeitung dazu nicht.
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Im Mittelpunkt des familienrechtlichen Verfahrens steht die Frage, wie das Kind eine Kopfverletzung erlitt. Nach Darstellung der Familie soll der Vater im Halbschlaf versehentlich mit seinem Kopf gegen den des Kindes gestoßen sein.
Ärzte und Jugendamt hätten diese Erklärung jedoch nicht akzeptiert und ein familienrechtliches Verfahren eingeleitet. Das Kind wurde daraufhin aus der Familie genommen. Es durfte unter Auflagen gemeinsam mit seiner Mutter in einer Jugendhilfeeinrichtung leben.
Nach den tödlichen Schüssen ermittelt inzwischen eine eigens eingerichtete Mordkommission. Die Ermittler werten derzeit vor allem Hinweise aus der Bevölkerung aus und bitten weiterhin um Fotos und Videos, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten.
Der 45-jährige Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht erließ am Dienstag Haftbefehl gegen ihn.
Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben von sechsfachem Mord aus. Als Mordmerkmale nennt sie insbesondere Heimtücke und niedere Beweggründe.
Bei der Bluttat in der Jugendhilfeeinrichtung wurden sechs Erwachsene getötet. Nach Angaben der Polizei gab es außerhalb der Einrichtung keine weiteren Verletzten oder Todesopfer.