Nach zwei Wochen ist er weg

Trump schiebt Vietnamesen auf ferne Pazifik-Insel ab

7,5 Millionen Dollar zahlt die Trump-Regierung dem kleinen Staat mitten im Ozean, um 75 Migranten aufzunehmen, die nicht in ihre Heimat zurück können.
Nick Wolfinger
01.07.2026, 11:31
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Die USA haben mit der Abschiebung von 75 Migranten in den kleinen Pazifikstaat Palau begonnen. Im Gegenzug erhält das 18.000-Einwohner-Land 7,5 Millionen US-Dollar. Hintergrund ist die verschärfte Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump.

Menschen, die nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden können, weil ihnen dort laut US-Gerichten Folter oder Verfolgung drohen, sollen stattdessen in Drittstaaten untergebracht werden. Ähnliche Pläne verfolgen bekanntlich auch die EU und die "Gruppe der Umsetzer" rund um Österreich, Deutschland und die Niederlande.

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"Unseren ersten Gast begrüßt"

Der erste Abgeschobene traf bereits Ende Mai auf Palau ein. Nach Informationen der Inselzeitung "Island Times" handelt es sich um einen Vietnamesen mittleren Alters.

Die Regierung bemühte sich offenbar um einen möglichst reibungslosen Start. "Wir haben Ende Mai unseren ersten Gast am Flughafen begrüßt, ihn zu seiner vorübergehenden Unterkunft gebracht und ihm geholfen, sein Telefon anzuschließen und sich einzuleben", erklärte das Büro von Präsident Surangel Whipps gegenüber AFP.

Genau das ist Teil des Konzepts: Die Abgeschobenen sollen sich auf Palau niederlassen, Arbeit finden und in dem für sie völlig fremden Inselstaat ein neues Leben beginnen.

Nach zwei Wochen war er weg

Dazu kam es offenbar nicht. Nach Angaben des Präsidentenbüros entschied sich der Mann bereits nach rund zwei Wochen, Palau wieder zu verlassen. Wohin der erste Abgeschobene anschließend reiste, ist bis heute unklar. Auch nähere Angaben zu seiner Identität oder den Gründen seiner Abschiebung machten die Behörden nicht.

Laut "Island Times" wohnte der Vietnamese zunächst in einem Studentenwohnheim des Palau Community College. Er ließ sich eine lokale SIM-Karte besorgen und nahm Kontakt zu Angehörigen in den USA und Vietnam auf. Kurz darauf verschwand er von der Insel.

Dem Bericht zufolge soll die Internationale Organisation für Migration (IOM) seine Ausreise unterstützt haben. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Kritik an Millionen-Abkommen

Präsident Whipps hatte das Abkommen mit den USA als Gewinn für beide Seiten bezeichnet. Palau helfe den Vereinigten Staaten und biete den Betroffenen gleichzeitig einen sicheren Ort für einen Neuanfang. Er hoffe, dass die Menschen Arbeit finden und in Palau glücklich werden.

Kritiker sehen das völlig anders. Sie werfen den USA vor, kleine Inselstaaten als Auffangbecken für unerwünschte Migranten zu missbrauchen. Der Präsident des palauischen Senats sprach sogar davon, Washington lade seine Probleme einfach in Palau ab.

Mit rund 18.000 Einwohnern zählt Palau zu den kleinsten Staaten der Welt. Mit 416 Quadratkilometern ist der auf 356 Inseln verteilte Staat in etwa so groß wie Wien. Ob und wann der nächste von den USA abgeschobene Migrant auf der Pazifikinsel ankommt, ist derzeit offen.

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