"Warum soll ich zahlen?"

Neue Trinkgeld-Regeln in Kroatien sorgt für Zoff

Immer mehr Kartenlesegeräte fragen nach Trinkgeld. In Kroatien sorgt der Trend für Wut – viele sprechen von "Amerikanisierung".
Heute Life
06.08.2026, 15:46
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Immer öfter wird beim Bezahlen mit der Bankomat- oder Kreditkarte nicht nur der Rechnungsbetrag angezeigt – sondern auch die Frage nach einem Trinkgeld. Was in den USA längst üblich ist, sorgt in Kroatien jetzt für heftigen Ärger.

Auslöser der Debatte war ein Beitrag auf Reddit. Ein Nutzer fragte: "Kriegt ihr auch einen kleinen Nervenzusammenbruch, wenn euch das Kartenlesegerät nach Trinkgeld fragt?" Hunderte Nutzer reagierten – und machten ihrem Ärger Luft.

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Viele stören sich daran, dass sie auf dem Display aktiv Trinkgeld auswählen müssen, während der Kellner zusieht. Das werde als unangenehmer Druck empfunden, da Trinkgeld eigentlich auch freiwillig sein sollte.

Wut über Trinkgeld bei Selbstbedienung

Besonders groß ist die Empörung dort, wo Gäste kaum Service erhalten. Viele berichten von Pubs, Cafés oder Fast-Food-Lokalen mit Selbstbedienung. Ein Nutzer schreibt: "Ich hole mein Bier selbst von der Bar – und dann soll ich auch noch Trinkgeld geben? Wofür?" Andere nennen Bäckereien oder Konditoreien als Beispiele, in denen die neue Abfrage für Unverständnis sorgt.

„Ich hole mein Bier selbst von der Bar – und dann soll ich auch noch Trinkgeld geben? Wofür?“

Zahlreiche Nutzer berichten, sie würden inzwischen aus Prinzip auf "0" drücken – selbst dann, wenn sie ursprünglich Trinkgeld geben wollten. Andere meiden als Reaktion Lokale mit dieser Praxis oder geben Trinkgeld nur noch bar, damit das Geld direkt beim Personal landet.

Kellnern ist die Abfrage peinlich

Auch Beschäftigte aus der Gastronomie meldeten sich zu Wort. Ein Kellner erklärte, er überspringe die Trinkgeld-Abfrage sofort, bevor der Gast überhaupt das Kartenlesegerät in die Hand bekomme.

"Es ist mir peinlich, den Gast warten zu lassen, während er Trinkgeld auswählen soll", schrieb er. Andere räumen jedoch ein, dass die Einnahmen durch die Funktion gestiegen seien – viele Gäste würden aus Verlegenheit doch etwas geben.

Trotz Ärger: Trinkgelder steigen deutlich

Hinter dem Trend steckt auch eine Gesetzesänderung: Seit 2024 können in Kroatien Trinkgelder, die mit Karte bezahlt werden, einfacher fiskalisch erfasst werden, schreibt "Večernji list". Eigentlich sollte damit mehr Transparenz geschaffen werden. Kritiker sehen jedoch einen unerwünschten Nebeneffekt: Die freiwillige Anerkennung für guten Service werde zunehmend als fixer Bestandteil des Bezahlvorgangs wahrgenommen – und genau das verärgert viele Gäste.

Doch so groß der Unmut auch ist – die offiziellen Zahlen zeichnen ein anderes Bild. Denn das Trinkgeldaufkommen in Kroatien steigt weiter an. Laut Daten der kroatischen Steuerverwaltung wurden 2025 steuerpflichtige Trinkgelder in Höhe von 52,6 Millionen Euro erfasst. Das entspricht einem Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.08.2026, 15:46
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