"Seit Jahren hoch defizitär"

Neuer Plan! AUA streicht gleich mehrere Flüge

Die Austrian Airlines zieht Konsequenzen aus hohen Verlusten. Mit dem Winterflugplan wird die Flugverbindung zwischen Wien und Graz eingestellt.
André Wilding
04.08.2026, 07:52
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Die Austrian Airlines greift wegen ihrer angespannten Finanzlage zu einschneidenden Maßnahmen. Nach einem deutlichen Verlust im ersten Halbjahr 2026 wird die Fluggesellschaft mehrere Verbindungen aus dem Programm nehmen. Betroffen ist auch die Inlandsstrecke zwischen Wien und Graz.

Mit Beginn des Winterflugplans

Wie die Lufthansa-Tochter am Dienstag mitteilte, soll die Verbindung mit Beginn des Winterflugplans eingestellt werden. Die Strecke sei "seit Jahren hoch defizitär". Die Entscheidung sei "unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen" worden.

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Als Alternative verweist die AUA auf die bestehenden Verbindungen von Graz nach München, Frankfurt und Zürich. Auf den Strecken nach München und Frankfurt sollen im Winter teilweise größere Flugzeuge eingesetzt werden. Nach Zürich sind pro Woche zwei zusätzliche Flüge geplant.

Tiflis, Keflavik und Porto, Krakau und Co.

Auch weitere Änderungen stehen bevor. Vorläufig ausgesetzt werden die Flüge von Wien nach Tiflis, Keflavik und Porto. Außerdem entfallen einige Spätverbindungen nach Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau, bei denen die Besatzung am Zielort übernachten muss. Zusätzlich kündigt die Airline "interne Maßnahmen" an, darunter "Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich".

Hintergrund der Einsparungen ist ein deutlich höherer Verlust im ersten Halbjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei minus 94 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die AUA noch einen Fehlbetrag von 44 Millionen Euro ausgewiesen.

"Extrem gestiegene Kerosinkosten"

"Der Irankrieg hat uns durch die teils extrem gestiegenen Kerosinkosten sowie die notwendigen Streckenstreichungen enorm getroffen", sagt AUA-Chefin Annette Mann laut Aussendung. "Höhere Ticketpreise konnten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren."

Trotz der roten Zahlen entwickelte sich das Geschäft auf der Einnahmenseite positiv. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent auf mehr als 1,2 Milliarden Euro, die Zahl der Fluggäste legte um sechs Prozent auf fast sieben Millionen zu. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem positiven Ergebnis. Ausschlaggebend seien die "teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung".

Statement der AUA

"Diese schwierige Entscheidung wurde unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen. Der Wirtschaftsraum Graz bleibtweiterhin sehr gut durch mehrmals tägliche Flug-Verbindungen – in Summe 46 pro Woche – zu Drehkreuzen in Frankfurt, München und Zürich an das Streckennetz der gesamten Lufthansa Group angebunden. Punktuell wird auf den Verbindungen Frankfurt und München im Winterflugplan 26/27 auch größeres Fluggerät eingesetzt und zwischen Graz und Zürich werden im Vergleich zum Winterflugplan 2025 zwei Verbindungen mehr durchgeführt. Darüber hinaus werden 10 weitere wöchentliche Verbindung von Eurowings nach Hamburg, Berlin und Düsseldorf angeboten. Eine nahtlose Erreichbarkeit an das internationale Streckennetz von Austrian AirlinesamFlughafen Wien bleibt weiterhin über dasAIRail-Angebot bestehen."

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