Das Niedrigwasser in deutschen Flüssen bedroht aktuell das gesamte Wirtschaftswachstum. Nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnte das deutsche Wirtschaftswachstum wegen des niedrigen Wasserpegels um 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen als bisher erwartet.
Ein "längerer Ausfall der Schiffbarkeit auf dem Rhein könnte das ganz klitzekleine Pflänzchen Wachstum, das wir haben, komplett ersticken", so IW-Ökonom Thilo Schäfer gegenüber der "Bild"-Zeitung.
Wie AFP berichtet, hat der Wasserstand im Rhein wegen Hitze und Trockenheit am Wochenende in Köln, Bonn und weiteren Orten neue Tiefstände erreicht - an der wichtigsten Messstelle für die Rheinschifffahrt wurden nur noch 28 Zentimeter gemessen. Dadurch können deutlich weniger Waren transportiert werden - was auch die Produktion sinken lässt.
"Für die Wirtschaft bedeutet das echte Lieferengpässe, denn die Schiffe können schon seit einiger Zeit nur noch mit geringerer Beladung den Rhein runterfahren", erklärt Schäfer. In Köln finde zurzeit beispielsweise gar keine Schifffahrt mehr statt: "Das heißt, dass wichtige Waren für die Chemie, die Stahlindustrie, für Raffinerien nicht mehr an ihrem Bestimmungsort ankommen."
Das Niedrigwasser in Deutschland betrifft nicht nur den Rhein, sondern auch andere Flüsse wie die Donau. Laut AFP lädt der deutsche Verkehrsminister Steffen Bilger am Donnerstag Experten zu einer Fachkonferenz in Bonn ein, um über Maßnahmen zu beraten.