Dass Reis anfällig für extreme Hitze ist, ist Forschern schon länger bekannt. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass die Auswirkungen von Hitze auf Wachstum und Erträge der Pflanzen stärker sind als gedacht. Milliarden Menschen könnten deshalb heftiger von der Klimakrise betroffen sein als bisher angenommen.
Die im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichte Studie von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt: Eine globale Erwärmung von einem Grad Celsius hätte einen Einbruch der weltweiten Reiserträge von 8,1 Prozent zur Folge - bisher wurde dieser auf nur 3,8 Prozent geschätzt.
"Die Abweichung zwischen Beobachtungen und Modellen scheint vor allem darauf zurückzugehen, dass viele Erntemodelle Hitzeschäden während der Fortpflanzungsphase von Reis noch nicht ausreichend erfassen", erklärt UFZ-Erstautorin Yiwei Jian laut ntv. "Die Beobachtungen der Studie zeigen, dass Reis genau dann besonders anfällig für extreme Hitze ist, wenn sich Rispen und Körner entwickeln."
Die Studie zeigt: Für jeden Tag, den Reispflanzen während der Fortpflanzungsphase Hitze über 30 Grad Celsius ausgesetzt sind, werden die Reiserträge um 1,1 bis 1,8 Prozent reduziert. Auch hier wurden die Auswirkungen bisher unterschätzt: Bisherige Studien sprachen von 0,1 bis 1,3 Prozent Einbußen je Hitzetag.
Wie ntv berichtet, sind laut Studie vor allem Süd- und Südostasien von den hitzebedingten Ernteausfällen betroffen. In manchen Regionen sind Reispflanzen besonders häufig extremer Hitze ausgesetzt - wobei die Tendenz steigend ist. Das ist zum Beispiel in Thailand der Fall: PIK-Co-Autor Christoph Müller geht hier von Ernteeinbußen von rund 14 Prozent pro Grad Erwärmung aus.
Das Forschungs-Team empfiehlt deswegen, den Reisanbau an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. So könnte man hitzetolerante Sorten entwickeln und anbauen, größeren Wert auf den Zeitpunkt der Aussaat legen und Bewässerung und Bodenqualität verbessern.