Die eigenen vier Wände werden für viele Österreicher immer schwerer leistbar. Laut einer Analyse der Wiener Städtischen auf Basis von Daten der Statistik Austria leben derzeit 47,3 Prozent der Menschen im Eigentum. Vor 20 Jahren waren es noch rund 53 Prozent. Damit ist der Eigentumsanteil erstmals seit rund zwei Jahrzehnten unter die 50-Prozent-Marke gefallen.
"Die eigenen vier Wände bleiben für viele Österreicher ein wichtiges Lebensziel. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass der Weg zum Eigentum angesichts hoher Immobilienpreise und Finanzierungskosten schwieriger geworden ist", sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung.
Wie groß die Unterschiede innerhalb Österreichs sind, zeigt der Blick auf die Bundesländer. Das Burgenland bleibt mit einer Eigentumsquote von 66,5 Prozent klar an der Spitze. Dahinter folgen Niederösterreich (61,4 Prozent), die Steiermark (55,7 Prozent) und Vorarlberg (55,5 Prozent). Schlusslicht ist erneut Wien, wo nur 19,3 Prozent der Menschen im Eigentum wohnen.
Den stärksten Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnet Kärnten. Dort sank die Eigentumsquote um 2,5 Prozentpunkte auf 53,1 Prozent. Auch in Niederösterreich und im Burgenland ging der Anteil der Eigentümer zurück. Gegen den Trend entwickelten sich Tirol und Vorarlberg, wo die Eigentumsquote leicht zulegte.
Während Eigentum immer seltener wird, wächst die durchschnittliche Wohnfläche weiter. Österreichweit stehen einem Haushalt inzwischen 102,2 Quadratmeter zur Verfügung – so viel wie noch nie. Vor 20 Jahren waren es noch knapp sechs Quadratmeter weniger.
Mit durchschnittlich 124,9 Quadratmetern wohnen die Burgenländer weiterhin am großzügigsten. Dahinter liegen Niederösterreich (119,1 Quadratmeter) und Oberösterreich (112,4 Quadratmeter). In Wien müssen die Menschen mit durchschnittlich 75,4 Quadratmetern auskommen – so wenig wie in keinem anderen Bundesland.
Auch die Haushalte werden kleiner. Mittlerweile bestehen 39,1 Prozent aller Haushalte in Österreich aus nur einer Person – ein neuer Höchststand. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung in Wien: Dort leben 45,5 Prozent der Haushalte allein. Den niedrigsten Anteil an Einpersonenhaushalten weist mit 34,5 Prozent weiterhin das Burgenland auf.