Seit Jahren sorgt das sogenannte "Gabalier-Haus" am Seecorso in Velden für Diskussionen. Nun wollen die Eigentümer den drohenden Abriss doch noch abwenden - mit einem neuen Nutzungskonzept.
Hintergrund ist, dass das Gebäude bislang nicht widmungskonform genutzt wurde. Ein Abrissbescheid ist deshalb weiterhin aufrecht. Um das zu ändern, wurde ein Konzept ausgearbeitet, das eine rein touristische Nutzung vorsieht.
"Wir erarbeiteten eine Konzeption, die dafür sorgt, dass das Haus widmungskonform ist. Das Gebäude ist demnach ausschließlich touristisch und für wechselnde Gäste ausgerichtet. Es darf keine dauerhafte Wohnnutzung geben", erklärt Geschäftsführer Thomas Reisenzahn gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Künftig sollen die Eigentümer ihre Nutzungsrechte abgeben. "Sie überlassen diese einem Betreiber, der das Projekt als geschlossenen Hotelbetrieb mit gewerblicher Basis führt", stellt Reisenzahn in der Tageszeitung klar.
Geplant sind unter anderem eine einheitliche Betriebsführung sowie ein zentrales Buchungssystem. Auch Umbauten, etwa für Rezeption und Frühstücksraum, sind vorgesehen.
"Wollen die Eigentümer das Haus nutzen, müssen sie sich wie alle anderen Gäste einmieten", wird Reisenzahn in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Das Projekt ist als Boutique-Hotel angedacht, ein möglicher Betreiber soll bereits Interesse gezeigt haben.
Solche Modelle seien international nicht ungewöhnlich. "In Spanien oder England ist es sehr üblich, dass Hotelprojekte durch alternative Finanzierungsquellen wie Crowd-Investment verwirklicht werden, also dass mehrere Personen ein Hotel besitzen", so Reisenzahn zur Tageszeitung.
Auch am Wörthersee gibt es vergleichbare Beispiele. Derzeit liegt das Konzept beim Gemeinderat zur Prüfung, der Abrissbescheid bleibt aber bestehen.
"Durch die ganze Vorgeschichte mit dem Abrissbescheid ist ein irrsinniger Imageschaden für die ganze Region entstanden. Ein solcher Bescheid ist im alpinen europäischen Bereich wirklich selten", sagt Reisenzahn der Tageszeitung.