Ein Schuldirektor in Kärnten sorgt mit einem ungewöhnlichen Zeitkonto für Aufsehen: Der Leiter einer Höheren Schule hat über Jahre hinweg rund 3000 Überstunden gesammelt – und kann nun mehr als fünf Jahre vor seiner Pension zu Hause bleiben, bei vollem Gehalt. Möglich macht das das alte Dienstrecht für Bundeslehrer.
Ein Teil der angesammelten Stunden wurde bereits ausbezahlt. Laut Bildungsdirektion entspricht das einem Betrag von rund 41.700 Euro, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Die restlichen Stunden werden nun als Zeitausgleich konsumiert. Insgesamt kann der Direktor damit fünf Jahre und zwei Monate vor seinem Pensionsantritt aus dem Schulbetrieb ausscheiden. Die Kosten für diese Freistellung werden von der Behörde mit etwa 530.000 Euro beziffert.
Überstunden gelten im Schulbereich als sogenannte Mehrdienstleistungen. Sie entstehen, wenn Lehrkräfte ihre wöchentliche Unterrichtsverpflichtung von 20 Stunden überschreiten. Für jede zusätzliche Stunde erhalten sie einen Zuschlag von 1,3 Prozent ihres Grundgehalts. Seit dem Schuljahr 2009/2010 können diese Stunden auf einem Zeitkonto angespart werden.
Der betroffene Direktor erklärte, dass sich über viele Jahre "naturgemäß ein größeres Zeitguthaben ansammeln" könne. Er habe neben seiner Tätigkeit als Schulleiter weiterhin mehrere Stunden pro Woche in vier Klassen unterrichtet. Die zusätzliche Arbeit habe dazu geführt, dass sich seine Leitungsaufgaben häufig in die Abendstunden und auf Wochenenden verlagert hätten.