In Österreich ist sie die erste Anlaufstelle für medizinische Fragen: Die Rede ist von der Gesundheitshotline 1450. Laut Aussagen von Betroffenen soll jedoch einiges schieflaufen. Die Hotline soll "mehr Bürde als Erlösung", klagte ein Rettungssanitäter gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Ihm zufolge würde bei körperlichen Beschwerden der Patienten meist ein Rettungswagen alarmiert werden. Das Problem: Sanitäter dürfen keine Rezepte ausstellen. Somit würde ein "Transportzwang" für den Rettungsdienst entstehen. Auch die Notaufnahmen würden so zusätzlich gefordert werden.
Aber nicht nur das medizinische Personal beschwerte sich über die Hotline. So erzählte eine Kärntnerin gegenüber der "Kleinen", dass sie sich erst kürzlich die 1450 wählte, da ihr Mann 41 Grad Fieber hatte. Erst nach 30 Minuten habe man sie mit einem Arzt verbinden können. Die darauffolgende Fernbehandlung sei jedoch nicht nach Wunsch verlaufen.
Der Kärntnerin wurde geraten, ihrem Mann ein oder zwei fiebersenkende Mexalen-Tabletten zu geben. Als sie erklärte, dass ihr Mann viele Medikamente nehme und Risikopatient sei, habe der Arzt entgegnet, dass er ihren Gatten nicht kenne. Schlussendlich musste der Mann ins Spital und sechs Tage in einem Isolierzimmer verbringen. Die Diagnose lautete auf Lungenentzündung und eine Influenza.
Aber auch in Fällen, wo ein Spitalaufenthalt nicht notwendig wäre, kommt nach Anrufen bei der Gesundheitshotline öfter der Krankenwagen. So schilderte auch ein Kärntner gegenüber der Zeitung, dass sich wegen eines Magen-Darm-Problems an 1450 wendete.
Er wollte eigentlich wissen, welcher Arzt in seiner Nähe Dienst hätte, verbunden habe man ihn an einen Mediziner aus Niederösterreich, der ihm einen Rettungswagen schickte. Offenbar kein Einzelfall, wie aus der Anfrage der "Kleinen" an der Betreiber "Notruf Niederösterreich" hervorging.
Demnach war im Vorjahr in 15,6 Prozent der 5809 Gesundheitsberatungen ein Rettungseinsatz notwendig. 37,1 Prozent der Patienten wurden an einen niedergelassenen Arzt weitergeleitet. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) wurde jedoch in die Notfallaufnahme gebracht.
Die Kritik nehme man auf jeden Fall ernst. Gegenüber der "Kleinen" hieß es, dass man ein "engmaschiges Qualitätsmanagement" betreibe und die Fälle aufarbeiten werde. Daraus sollen sich entsprechende Maßnahmen ableiten.