Die Sauropoden zählen zu den größten Landtieren, die jemals auf der Erde gelebt haben. Mit bis zu 40 Metern Länge und 70 Tonnen Gewicht dominierten die Langhalssaurier die Urzeit. Jetzt ist ein weiterer Vertreter dieser beeindruckenden Gruppe aufgetaucht.
In der südargentinischen Region Patagonien haben Paläontologen mehr als 30 Hals-, Rücken- und Schwanzwirbel eines bisher unbekannten Riesendinosauriers ausgegraben. Dazu kamen mehrere Rippen und Teile des Beckenknochens.
Oliver Rauhut von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns und Alexandra Reutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München haben die Überreste analysiert. Das Tier war zu Lebzeiten rund 20 Meter lang.
Die Forscher tauften den Dino "Bicharracosaurus dionidei" - abgeleitet vom spanischen "bicharraco" für "großes Tier" und dem Vornamen des Schäferhirten, der die ersten Fossilteile entdeckt hatte. Das Tier lebte vor 155 Millionen Jahren auf dem Südkontinent Gondwana.
„Die Fossilfundstelle liefert uns wichtiges Vergleichsmaterial, damit wir unser Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere auf der Südhalbkugel ergänzen können.“Oliver Rauhut
Besonders spannend: Der neue Langhalssaurier zeigt eine ungewöhnliche Mischung an Merkmalen. Seine Rückenwirbel ähneln denen des bekannten Diplodocus aus Nordamerika, andere Körperteile passen aber eher zu den Brachiosauriden.
Die stammesgeschichtlichen Analysen deuten darauf hin, dass Bicharracosaurus mit den Brachiosauriden verwandt war. Damit ist das neue Fossil einer der ältesten Nachweise dieser Dinosauriergruppe in Südamerika.