Europa bekommt einen neuen Wächter im All: Der Wettersatellit Meteosat Third Generation Imager 2, kurz MTG-I2, ist erfolgreich in den Orbit gestartet. Donnerstagabend um 22.11 Uhr MESZ hob er mit einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ab.
Nach dem Start verlief alles nach Plan. Die Kommunikation mit dem Satelliten wurde hergestellt, auch seine Solarpaneele zur Energieversorgung sind bereits ausgefahren.
In den kommenden zwei Wochen wird MTG-I2 schrittweise in seine vorgesehene Position rund 36.000 Kilometer über der Erde gebracht. Danach werden seine Instrumente ausführlich kalibriert und getestet.
Für Europa könnte der neue Satellit einen entscheidenden Vorteil bringen: schnellere Warnungen bei gefährlichen Wetterlagen.
MTG-I2 soll über den sogenannten Rapid-Scan-Service alle 2,5 Minuten neue Bilder von Europa und Nordafrika liefern. Meteorologen können dadurch Gewitterzellen und andere rasch entstehende Wetterphänomene beinahe laufend verfolgen.
Vor allem bei schweren Stürmen, Hagel, heftigen Sturmböen und Sturzfluten können wenige Minuten einen großen Unterschied machen. Wetterdienste sollen drohende Gefahren dadurch früher erkennen und Warnungen rechtzeitig ausgeben können.
Dafür ist MTG-I2 mit dem "Flexible Combined Imager" ausgestattet. Vier besonders hochauflösende Kanäle können Details bis auf 500 Meter genau erfassen.
Der neue Satellit liefert damit nicht nur häufigere, sondern auch besonders detaillierte Beobachtungen. Der Rapid-Scan-Service soll doppelt so häufig neue Daten liefern wie bei der vorherigen Satellitengeneration.
Doch MTG-I2 soll nicht nur bei Unwettern helfen. Spezielle Messkanäle können aktive Waldbrände erkennen und genauer erfassen. Durch die eng aufeinanderfolgenden Aufnahmen lässt sich zudem beobachten, wie sich Feuer und Rauch entwickeln.
Gerade nach einem Sommer mit extremen Wetterlagen und Waldbränden sollen die zusätzlichen Daten Einsatzkräften und Wetterdiensten wertvolle Zeit verschaffen.
Gemeinsam mit Meteosat-12, der seit 2022 im All ist, und MTG-S1 bildet der neue Satellit die erste vollständige Konstellation der dritten Meteosat-Generation. MTG-S1 war im Juli 2025 gestartet und soll bis Ende 2026 betriebsbereit sein.
"Mit MTG-I2 erschließen wir das gesamte Potenzial dieses außerordentlichen europäischen Systems", erklärt EUMETSAT-Generaldirektor Phil Evans. Die häufigeren Beobachtungen sollen Wetterdiensten helfen, "rechtzeitige und zuverlässige Warnungen" herauszugeben.