Aufforstung läuft

Waldbrand in Hirschwang: Jahrzehnte bis zur Erholung

Nach dem verheerenden Waldbrand in Hirschwang wächst neuer Mischwald. Die Erholung des Waldes wird jedoch Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
Niederösterreich Heute
23.08.2026, 15:50
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"Wir hoffen, dass viel Biodiversität entsteht", sagt Petra Wagner, die Forstdirektorin von Wien. Bis sich der Wald nach dem schweren Brand wieder erholt hat, wird es aber noch viele Jahrzehnte dauern.

Am 25. Oktober 2021 brach am Mittagsteig in Hirschwang ein Feuer aus. Die Flammen breiteten sich auf rund 115 Hektar aus. Wie auch "ORF NÖ" berichtet, war der Einsatz für die Feuerwehr besonders aufwendig, weil das Gelände steil und felsig ist. Es war einer der schwierigsten Einsätze zur Waldbrandbekämpfung in den letzten Jahrzehnten.

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Nach 13 Tagen war "Brand aus"

Fast 9.000 Helfer waren im Einsatz. Erst am 6. November 2021 konnte schließlich "Brand aus" gegeben werden. Das betroffene Gebiet gehört der Stadt Wien und dient als Quellenschutzwald. Durch das Bodenfeuer wurden viele Sträucher und junge Pflanzen vernichtet.

Teilweise gab es auch Kronenfeuer, wodurch viele ältere Bäume abgestorben sind. Lücken im Bestand, die schon vor dem Brand für die Verjüngung des Waldes angelegt wurden, haben aber laut Georg Gratzer von der BOKU Wien geholfen, die Brandintensität zu verringern.

"Mischwald ist klimafitter und widerstandsfähiger"

"Das gesamte Ausmaß war unmittelbar nach dem Brand noch nicht zu erkennen", so Wagner. Viele Bäume haben zunächst wieder ausgetrieben und wirkten vital, berichtet auch Gratzer. Nach einem heißen und trockenen Sommer sind aber einige, vor allem Buchen, abgestorben. Die Buchen haben nicht so eine dicke Rinde wie die dort häufigen Schwarzkiefern, die dadurch besser geschützt sind.

Das Ziel bei der Wiederaufforstung ist, den Wald widerstandsfähiger zu machen. Früher gab es hier hauptsächlich Schwarzkiefern. Jetzt setzt man auf mehr Laubbäume und verschiedene Arten – zum Beispiel Walnuss, Zitterpappel, Bergahorn, Mehlbeere, Sal-Weide und Birke. "Mischwald ist 'klimafitter' und widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten", erklärt Wagner.

Nach dem Brand wurden abgestorbene Bäume gefällt und als Erosionsschutz im Wald liegen gelassen. Totholz ist für die Artenvielfalt wichtig, betont Gratzer.

2022 wurden etwa 500 Kilo Saatgut mit verschiedenen Grasarten ausgesät. Die Mischung ist "sehr gut angewachsen", sagt Wagner. Das Saatgut wurde großteils händisch ausgebracht, zum Teil auch mit Pferden.

10.000 Pflanzen gesetzt

"Wir haben bereits sehr viel aufgeforstet", zieht Wagner Bilanz. 10.000 Pflanzen wurden gesetzt. Walnüsse wurden entweder direkt in den Boden gesteckt oder in der Region gesammelt, zum Keimen gebracht und dann gepflanzt. Durch die Bitterstoffe werden diese Bäume oft vom Wild verschont. Um Schäden durch zu viel Verbiss, etwa durch Gams und Reh, zu verringern, wird gezielt gejagt.

Waldbrand in Hirschwang
LPD NÖ

"Wir vertrauen auch auf Naturverjüngung", sagt Wagner. Es wurden "Häher-Tankstellen" gebaut – Holzkisten mit Saatgut an Baumstämmen, damit Vögel die Samen verteilen. Die Verjüngung ist recht vielfältig. "Die Aufforstung war bisher absolut erfolgreich", man habe "alles richtig gemacht nach dem Feuer", so Gratzer.

"Der Wald wird sich sicher wieder erholen", ist Wagner überzeugt. Bis der Zustand wie vor dem Brand erreicht ist, wird es aber fast 100 Jahre dauern. Die Entwicklung wird laufend beobachtet, zum Teil auch mit Drohnen, weil das Gelände so schwer zugänglich ist. In 20 bis 30 Jahren werden schon acht bis zehn Meter hohe Bäume wachsen, schätzt Gratzer.

Heuer schon mehr Waldbrände als im Vorjahr

Heuer gab es in Österreich bereits deutlich mehr Waldbrände als im gesamten Vorjahr. Laut Datenbank der BOKU waren es bisher rund 400, im Jahr 2025 waren es insgesamt 196.

Vor allem das östliche Niederösterreich, Teile von Kärnten und die inneralpinen Trockentäler Tirols sind laut Risikokarte besonders gefährdet. In den meisten Bezirken gelten schon Waldbrandverordnungen. Wer dagegen verstößt, muss mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafe rechnen.

Ermittlungsverfahren eingestellt

Als mögliche Ursachen für den Brand in Hirschwang wurden Zigarettenglut oder ein schlecht gelöschtes Feuer vermutet. Die Polizei kontaktierte Handybesitzer, die sich beim Ausbruch des Brandes in der Nähe aufgehalten haben. Trotzdem konnte kein Verdächtiger ausgeforscht werden. Das Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter wurde im April 2023 eingestellt, sagt Markus Bauer von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 23.08.2026, 17:57, 23.08.2026, 15:50