In Griechenland haben Feuerwehrleute am Sonntag weiter gegen Brände rund um zwei Fabriken bei Thessaloniki angekämpft. Aus einer Recyclinganlage und einer Fabrik zur Ölverarbeitung stieg dichter, schwarzer Rauch auf und breitete sich bis ins Zentrum der zweitgrößten Stadt des Landes aus. Thessaloniki und der Ballungsraum haben mehr als 700.000 Einwohner.
Die Flammen sind am Samstagabend auf Wohnhäuser im nordwestlichen Vorort Oreokastro zugekommen. Die Behörden haben Evakuierungen angeordnet. 151 Patienten, die in einer Einrichtung für Langzeitpflege untergebracht waren, mussten in Spitäler gebracht werden.
Laut Feuerwehr waren am Sonntag mehr als 150 Feuerwehrleute mit 52 Fahrzeugen, zwei Löschflugzeugen und zwei Hubschraubern im Einsatz. Die Menschen in der Region wurden wegen des Rauchs aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten.
Ein älterer Mann, der als mutmaßlich Verantwortlicher für den Brand nahe Thessaloniki gilt, wurde laut Justizkreisen am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt. Nach Angaben des griechischen Feuerwehrdienstes sind am Wochenende innerhalb von 24 Stunden landesweit insgesamt 60 Brände ausgebrochen.
Die meisten konnten aber rasch unter Kontrolle gebracht werden. In mehreren Regionen Griechenlands – darunter der Großraum Athen, Attika und die Urlaubsinsel Kreta – galt am Sonntag wegen der hohen Temperaturen und des starken Winds die zweithöchste Waldbrand-Warnstufe.
Ein "sehr hohes" Brandrisiko gilt auch am Montag für große Teile Kretas sowie für Inseln nahe der Türkei wie Chios und Samos, wie aus einer Karte des Zivilschutzes hervorgeht.