Unsterbliche Milliardäre, Rechenzentren im All und eine KI, die erwacht: Das sind Zutaten, die im Jahr 2026 aktueller wirken denn je. Dabei stammen sie aus einem Roman von 1984.
William Gibsons "Neuromancer" gilt als Übervater der Cyberpunk-Literatur. Der Roman prägte den Begriff "Cyberspace" und beschrieb eine Welt, in der das Internet überall ist, Konzerne mächtiger sind als Staaten und manche Menschen sich in Virtual Reality verlieren.
Apple macht nun eine TV-Serie aus dem Kultbuch. Die Produktion hat bereits begonnen, zehn Episoden sind geplant. Callum Turner spielt den Hacker Case, Briana Middleton seine Leibwächterin Molly.
Doch das Buch ist als Warnung gemeint, nicht als Anleitung. Tech-Milliardäre wie Elon Musk verstehen das offenbar nicht. In "Neuromancer" geht es um eine dreckige, kaputte, brutale Welt – um eine Dystopie, nicht um eine erstrebenswerte Zukunft.
Musks permanentes Fehldeuten großer Science-Fiction-Werke ist mittlerweile legendär. Rechenzentren im All – ein zentraler Punkt im Roman – sind heute ein Produktversprechen seiner Firma SpaceX.
Der Autor Gibson versteht die Probleme von heute weit besser als die Milliardäre, die seine Fans sind. Doch die hören nicht auf, ihn ständig falsch zu interpretieren.