In Miami zeigten sich Verstappen und sein Red Bull jedenfalls in aufsteigender Form. Doch von den Erfolgen der letzten Jahre, von vier Fahrer-WM-Titeln und seinen 71 Grand-Prix-Siegen ist der Niederländer noch weit entfernt. Hinzu kommt seine anhaltende Kritik am neuen Formel-1-Regelwerk, wo rund 50 Prozent der Energie elektrisch erzeugt wird.
All das warf die Frage nach Verstappens Zukunft auf. Der Vertrag des Vierfach-Weltmeisters läuft zwar bis 2028, enthält allerdings eine Ausstiegsklausel, die in der Sommerpause greifen wird, wenn Verstappen nicht in den Top Drei der Fahrer-Weltmeisterschaft liegt – und das ist äußerst wahrscheinlich. Dann kann der 28-Jährige gratis gehen. Die Frage ist aber nur: Wohin?
Immer wieder wurde Mercedes genannt, wo sich Teamchef Toto Wolff letztes Jahr intensiv um den Niederländer bemüht hatte. Allerdings stehen die "Silberpfeile" mit der Fahrerpaarung Andrea Kimi Antonelli, immerhin der WM-Führende, und Star George Russell gut da. Zuletzt tauchten auch Spekulationen über McLaren auf, wo Verstappens Vertrauensmann Gianpiero Lambiase hinwechseln wird. Doch auch der britische Rennstall hat mit Lando Norris und Oscar Piastri zwei talentierte Fahrer langfristig unter Vertrag.
Deshalb sieht Ex-Pilot David Coulthard einen ganz anderen Rennstall in der Pole Position. "Ich denke, dass Max eigentlich besser in die Welt von Ferrari passt als in die von Mercedes", sagte der Schotte, der auch als Formel-1-Experte tätig ist, im Podcast "Up to Speed". Verstappen hat neben dem guten Verhältnis zu Wolff auch Verbindungen zu Mercedes, setzt bei seinen GT3-Ausflügen auf einen "Silberpfeil".
"Aber die Freiheit, einfach Max zu sein, würde meiner Meinung nach besser zu Ferrari passen, denn dort würde man einfach auftauchen, schnell fahren, vermutlich die Rennen gewinnen und dann nach Hause fahren", meinte Coulthard.
Ob Verstappen tatsächlich einen Wechsel nach Maranello ins Auge fasst, ist offen. Aktuell kämpfen die Roten Renner auch gegen die Übermacht der Mercedes-betriebenen Boliden. Und der Wechsel von Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton zu Ferrari hat gezeigt, dass es alles andere als einfach ist, aus der Scuderia ein Weltmeister-Team zu formen.
Offen ist ohnehin, ob der Niederländer seine Ausstiegsklausel ziehen möchte. Und ob der Vierfach-Champion weiterfährt. Ein Formel-1-Abschied oder zumindest ein Jahr Pause stehen im Raum.