Ein ungefragtes Sex-Video brachte einen 19-Jährigen aus dem Mürztal vor Gericht. Am Bezirksgericht Bruck musste er sich verantworten, weil er einem Mädchen ein Video seines erigierten Glieds geschickt hatte – ohne deren Zustimmung.
Vor Gericht räumte er die Tat ein. "Ich war betrunken und habe nicht nachgedacht", sagte er. Dass er sich damit strafbar gemacht hatte, sei ihm erst bewusst geworden, als die Polizei bei ihm auftauchte – berichtet die "Kleine Zeitung".
Für das Gericht war jedoch rasch klar, dass es nicht bei diesem einen Vorfall blieb. Der 19-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft, darunter auch wegen sexueller Nötigung. Zusätzlich soll er demselben Mädchen Geld für Sex angeboten haben.
Die ausgewerteten Chatverläufe bestätigten den Verdacht: Das Verhalten war kein einmaliger Fehler, sondern Teil eines Musters. Entsprechend deutlich fiel auch die Bewertung des Gerichts aus.
Richter Michael Auracher machte dem Angeklagten die Konsequenzen unmissverständlich klar. "Es gibt jetzt eigentlich nur mehr zwei Türen", sagte er. Die eine führe ins Gefängnis. Die andere bedeute, Verantwortung zu übernehmen und sein Verhalten grundlegend zu ändern.
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Am Ende wurde der 19-Jährige rechtskräftig zu zwei Monaten Haft verurteilt, die Strafe wurde jedoch bedingt ausgesprochen – mit einer Probezeit von drei Jahren. Zusätzlich wurden frühere Probezeiten verlängert, die Bewährungshilfe bleibt aufrecht. Der junge Mann muss sich außerdem in psychotherapeutische Behandlung begeben.