Russell und Verstappen werden wohl keine Freunde mehr. Der Vierfach-Champion aus den Niederlanden und sein britischer Konkurrent sind sich mehrmals auf der Rennstrecke in die Quere gekommen. Auch verbal flogen die Fetzen. "Ich habe keinen Respekt mehr vor ihm", hatte Verstappen etwa vor einem Jahr, nach dem Grand Prix von Katar 2024, gesagt. Der Niederländer beschwerte sich damals über das Auftreten Russells vor den Rennkommissaren.
Umso pikanter war die Konstellation in der im Dezember 2025 zu Ende gegangenen Saison, in der Verstappen nämlich nach der Red-Bull-Schwächephase zu Saisonbeginn mit einem Bullen-Abgang kokettierte, heftig über einen Wechsel zu Mercedes spekuliert wurde. Russell selbst hatte in Spielberg enthüllt, dass die Teamführung der "Silberpfeile", allen voran Boss Toto Wolff, mit dem Verstappen-Lager gesprochen habe. Er selbst musste aber auf eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags warten, obwohl der Brite mit zwei Saisonsiegen im zumeist unterlegenen Mercedes aufzeigte. Ebenso warten musste auch Mercedes-Rookie Andrea Kimi Antonelli.
Erst als die Verstappen-Situation geklärt war, sich der Vierfach-Champion zu Red Bull bekannte, folgte auch Russels Verlängerung bei Mercedes. Gleichzeitig halten sich Gerüchte über einen Red-Bull-Abgang des Niederländers für die Saison 2027 hartnäckig. Mercedes soll Gerüchten zufolge den stärksten Motor im Feld haben. Sollte sich dies bewahrheiten, könnte der Niederländer – so heißt es in Gerüchten – den Absprung am Jahresende 2026 wagen.
"Ich war nie besorgt, dass ich mein Cockpit verlieren würde", sagte Russell nun mit einigen Wochen Abstand gegenüber "Auto, Motor und Sport", vielmehr habe der 27-Jährige verstanden, dass jedes Team die bestmögliche Fahrerpaarung vereinen wolle. "Verstappen ist im Moment der beste Fahrer im Feld", betonte der Brite, der 2025 aber auch als seine bisher beste Formel-1-Saison sah: "Ich habe in dieser Saison meine konstantesten Ergebnisse gebraucht und weniger Fehler gemacht als je zuvor."
Daher kommt wohl auch das Selbstvertrauen Russells, es durchaus mit Verstappen aufnehmen zu können. "Egal, wo du die beiden Besten zusammenspannst, kommt es früher oder später zur Konfrontation", so der Mercedes-Star. Wichtig sei, dass das Team harmoniere, wie es etwa bei Lewis Hamilton und Valtteri Bottas der Fall war.