Am 29. Dezember jährte sich der Ski-Unfall Schumachers im französischen Meribel zum bereits zwölften Mal. Dabei hatte sich der Deutsche damals schwerste Kopfverletzungen zugezogen, ist seither nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Seine Familie schirmt den siebenmaligen Formel-1-Weltmeister kategorisch ab.
Nicht nur in Deutschland hat es Schumacher zum Ikonen-Status geschafft, beinahe noch größer ist die Verehrung des nun 56-Jährigen in Italien. Schließlich fuhr Schumacher von 1996 bis 2006 für das Kult-Team Ferrari, holte fünf seiner sieben WM-Titel im "roten Renner". Das brachte Schumacher einen Legenden-Status ein.
Deshalb sind vor allem auch in der Ferrari-Heimatstadt Maranello die Spuren, die der Deutsche hinterlassen hat, riesengroß. Besonders engen Kontakt pflegte der Formel-1-Champion zu Rossella Giannini, der Besitzerin des Lokals "Montana" in der Nähe der Ferrari-Teststrecke in Fiorano. "Mamma Rossella" wurde zu einer besonderen Bezugsperson für den Motorsport-Star. Schumacher schaute beinahe täglich im Restaurant vorbei, verbrachte hier auch Abende mit dem damaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt, abgeschirmt von den tausenden Fans in Maranello. "Mamma" Rosella bekochte den Formel-1-Champion dann. Das Lieblingsgericht des Deutschen: Tagliatelle al Ragu. Auf ein Bild der beiden schrieb Schumacher: "Für meine Mutter Rossella. Ich danke dir."
"Wir haben uns sofort verstanden, sodass Michael immer wiederkam", erinnerte sich Rossella Giannini anlässlich des zehnten Jahrestags des Schumacher-Unfalls in der "Sport Bild". Das erste Treffen gab es am 14. Februar 1996, da wurde Schumacher als Ferrari-Fahrer vorgestellt. Es war der Startschuss einer ganz besonderen Beziehung.
Die mit Schumachers Skiunfall im Dezember 2013 ein abruptes Ende nahm. "Als klar war, wie schlimm das Ausmaß ist, ist für mich eine Welt zusammengebrochen", erzählte die Restaurantbesitzerin. Die noch einen großen Wunsch hat – seit Jahren. Und der sich wohl nicht mehr erfüllen wird: "Mamma" Rossella will noch einmal für die Formel-1-Ikone kochen. "Ich vermisse ihn sehr. Jeden Tag schaue ich zur Eingangstür und hoffe, dass er doch noch einmal durchschreitet und ich ihm Tagliatelle al Ragu mache", erzählte sie.
"In der Zwischenzeit konnte ich meinen Frieden mit der Situation schließen, ich leide nicht mehr, sondern erinnere mich an die schönen Momente", sagte die Italienerin.
Ein kleiner Trost für die Köchin: Schumachers Bruder Ralf schaute im Herbst erstmals im Restaurant nahe der Ferrari-Teststrecke vorbei. Auch der Ex-Pilot aß freilich Tagliatelle al Ragu.