21 Jahre lang war Helmut Marko aus der Formel 1 nicht wegzudenken, als Motorsport-Berater von Red Bull hatte der Grazer den Einstieg des Energydrink-Imperiums in die Motorsport-"Königsklasse" begleitet, war gemeinsam mit Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz die treibende Kraft dahinter.
Marko ist für alle acht Fahrer- und sechs Konstrukteurs-WM-Titel des Teams verantwortlich, brachte als Leiter des Nachwuchsprogramms auch Stars wie Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo oder nicht zuletzt Max Verstappen in die Formel 1. Gerade bei Letzterem gilt der Red-Bull-Berater als Förderer und Mentor. Marko gab dem damals 17-jährigen Niederländer die Chance in der Formel 1, Verstappen stützte den Grazer dann im teaminternen Machtkampf mit Ex-Teamchef Christian Horner.
Mit Ende Dezember 2025 verabschiedete sich der 82-Jährige aber in die Formel-1-Pension. Den Rückzug ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende sei freiwillig passiert, meinte Marko, Gerüchte über Unstimmigkeiten mit der Red-Bull-Führungsetage, die zum Aus des Grazers führten, halten sich aber hartnäckig.
Derweil erzählte der 82-Jährige nun, wie Vierfach-Weltmeister Verstappen vom plötzlichen Aus des Grazers erfuhr: anders, als geplant. "Es war ein Abendessen in Dubai vereinbart, da wollte ich es ihm mitteilen", erzählte Marko bei "F1 Insider". "Dann gab es aber ein Problem mit seinem Flugzeug, und ich konnte es ihm nicht persönlich sagen", ergänzte der nun zurückgetretene Red-Bull-Boss. Er habe ihn dann einen Tag später angerufen.
"Wir haben rückblickend gesprochen, nicht nostalgisch. Was wir erreicht haben, hätte sich keiner vorstellen können", so der Grazer, der betonte: "Für Max geht es weiter. Ich sehe noch kein Ende seiner Fähigkeiten, seines unglaublichen Fahrkönnens und seines technischen Gespürs." Er werde "noch einige WM-Titel einfahren", sollte Red Bull dem Niederländer ein konkurrenzfähiges Auto bauen können.
Gerade weil sich Verstappen, mittlerweile Vater, auch menschlich weiterentwickelt habe, sei es nur logisch für Marko, sich zurückzuziehen. "Er hat sich entwickelt, dass er keine Führung mehr braucht. Es wäre vermessen, wenn ich da noch etwas anbringen würde. Max ist inzwischen zu so einer Persönlichkeit geworden, er führt eher schon ein Team", so Marko.
Der Grazer selbst ist nun vor allem einmal froh, nicht zum Saisonstart nach Melbourne fliegen zu müssen. Stattdessen richte sich Marko gerade seinen eigenen Kommandostand ein: "Ohne Sektorzeiten und solche Dinge ist ein Rennen schwer zu lesen."