Vor drei Jahren startete Nikotin sein Projekt und gleich die erste Single "1010" wurde zum Hit. Was zunächst wie ein Traumstart wirkte, hatte für ihn allerdings auch eine andere Seite. "Ich habe das Glück und das Pech gehabt, dass irgendwie die erste Single gleich ein Hit geworden ist und alles hat fett zum Fliegen angefangen und irgendwie bin ich danach abgestürzt", erzählt er im "Heute"-Talk.
Heute sei er deutlich mehr bei sich. Das zeigt sich auch in seinem Alltag. Auf die Frage, ob er früher nicht nur hibbeliger, sondern auch wilder unterwegs gewesen sei, antwortet er offen: "Ja, innerlich hibbelig, sicher – und andererseits sicher auch nicht immer ganz nüchtern."
Mittlerweile hat Nikotin einiges verändert. Statt lange Nächte durchzumachen, setzt er auf Sport und Yoga. Vor allem die vielen Live-Auftritte hätten ihm gezeigt, dass sein Körper irgendwann nicht mehr alles mitmacht.
Rückblickend weiß er ziemlich genau, was er heute anders machen würde: "Ja, eh zu viel Zeug pumpen, zu lang aufbleiben zu arrogant sein."
Auch der schnelle Erfolg sei ihm zeitweise zu Kopf gestiegen. Wenn einem ständig gesagt werde, wie großartig alles sei, fange man irgendwann an, es selbst zu glauben. Genau das sei auch ihm passiert.
Inzwischen will er bewusster mit seiner Rolle in der Öffentlichkeit umgehen. Junge Fans sollen nicht glauben, dass zum Künstlerleben automatisch Alkohol, Drogen und Dauer-Exzess gehören. "Ich glaube, das ist keine gute Vorbildfunktion ist, wenn ich mich 'abschieße' und das verherrliche."
Ganz ohne Rock'n'Roll geht es für Nikotin natürlich trotzdem nicht. Nur die Definition hat sich geändert. Nüchtern auf der Bühne zu stehen, findet er heute sogar besser als zugedröhnt zu sein. "Es ist hundertmal geiler und der Körper dankt."
Dass er dafür Kondition braucht, steht außer Frage. Schon am 5. September wartet mit seiner großen Solo-Show in der Arena Wien eines der nächsten Highlights. Einen Tag davor, am 4. September, erscheint seine neue Single "100x". Und auch danach wird es nicht ruhig. Für 2027 sind zahlreiche Live-Auftritte geplant, im April 2027 soll außerdem sein Album erscheinen.
Hinter dem Umdenken stecken aber nicht nur wilde Nächte. Nikotin hat auch privat schwere Zeiten erlebt. Als einen seiner größten Rückschläge nennt er den Verlust seines Vaters: "Der Tod meines Vaters war super scheiße für mich."
Dazu kamen zerbrochene Beziehungen und Freundschaften sowie Momente, in denen er selbst zu viel wollte und damit Dinge kaputtmachte.
Heute sieht das zum Glück anders aus. Menschlich und künstlerisch habe er sich noch nie so sehr in seiner Mitte gefühlt wie jetzt. Rock'n'Roll bleibt, nur der Kater danach darf künftig gerne ausbleiben.