Experten warnen

Nikotin-Zahnstocher machen Jugendliche süchtig

Sie sehen unscheinbar aus, haben es aber in sich: Nikotinzahnstocher werden bei Jugendlichen beliebter. Eine Schule griff bereits durch.
Newsdesk Heute
29.05.2026, 15:57
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Rauchen, Vapen – und nun Stochern? Immer wieder kommen Produkte mit Nikotin in neuer Form auf den Markt. Noch recht unbekannt sind die sogenannten Nikotin-Zahnstocher. Die kleinen Holzstäbchen sehen den herkömmlichen Zahnstochern zum Verwechseln ähnlich – doch sie können süchtig machen.

Die Stäbchen sind mit Aromen und Nikotin überzogen. Das Nikotin wird durch Lutschen oder Kauen abgelöst und über die Mundschleimhaut aufgenommen. In einem Nikotin-Zahnstocher stecken zwischen 2 und 6 Milligramm Nikotin – zum Vergleich: Eine Zigarette enthält rund 10 Milligramm.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wie n-tv.de berichtet, birgt der Nikotingehalt ein vergleichbar hohes Abhängigkeitspotenzial wie andere Nikotinprodukte. "Die subjektiven Effekte sind schon ähnlich zur Zigarette", erklärt Andrea Rabenstein, Suchtmedizinerin an der LMU München.

Schule verbietet alle Zahnstocher

In einer Realschule in München waren vermehrt Nikotin-Zahnstocher im Umlauf. Weil die Lehrer die Nikotinprodukte nicht von herkömmlichen Zahnstochern unterscheiden konnten, wurden kurzerhand alle Zahnstocher auf dem Schulgelände verboten.

In Deutschland sind die Produkte nicht zugelassen und dürfen nicht regulär verkauft werden. Über Umwege kann man sie jedoch online kaufen.

Besondere Gefahr für Jugendliche

Ähnlich wie bei Vapes wird bei Nikotin-Zahnstochern mit süßen Aromen und ansprechender Aufmachung gelockt. "Das macht diese Produkte besonders für junge Menschen attraktiv", warnt Stefanie Eckhardt vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.

"Je früher eine Substanz in das jugendliche Gehirn gelangt, desto schwieriger ist es, diese wieder loszuwerden", erklärt Suchtmedizinerin Rabenstein. Im Moment seien die Nikotin-Zahnstocher noch ein Nischenprodukt – aber "tatsächlich präsenter, als wir das erwartet hatten".

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.05.2026, 15:57
Jetzt E-Paper lesen