In Oberösterreich werden Jugendliche beim Alkohol- und Nikotinkauf immer öfter ausgebremst. Die aktuellen Testkäufe zeigen: Die Abgabequote ist 2025 erneut gesunken – auf 17,4 Prozent. Konkret kam es in 184 getesteten Betrieben zu einer verbotenen Abgabe. Aber: In 871 Fällen wurden die Jugendschutzbestimmungen eingehalten.
Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ) spricht von einem klar positiven Trend: "Für Kinder und Jugendliche wird es in Oberösterreich immer schwieriger, an Alkohol und Tabakprodukte zu gelangen." Die Testkäufe würden die Prävention stärken, die Aufmerksamkeit bei Verkaufsstellen erhöhen und nachweislich die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes verbessern. Das System in OÖ gilt für ihn überhaupt als "Vorzeigemodell".
Getestet wurde wieder breit – in Supermärkten, Tankstellenshops, Gastro-Betrieben, Tabakläden und sogar bei CBD-Produkten. Die Testkäuferinnen und Testkäufer waren alle zwischen 14 und 15,5 Jahren alt und wurden von geschulten Erwachsenen begleitet.
Die Tabakfachgeschäfte schnitten erneut am besten ab, auch bei den Ausweiskontrollen ging es nach oben. In vielen Branchen wurde häufiger kontrolliert als noch im Vorjahr. Klingt erst einmal nach einer guten Nachricht – wäre da nicht ein Detail, das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.
Denn bei jeder zweiten verbotenen Abgabe wurde der Ausweis zwar verlangt, am Ende aber trotzdem verkauft. Konkret passierte das in 49,5 Prozent aller Fehlverkäufe. Heißt: Kontrolliert wurde zwar – beim Ausrechnen des Alters ging es dann aber schief. Oft scheitert der Jugendschutz also schlicht an schwacher Mathematik.
Die Testkäufe fanden übrigens genau nicht in hektischen Stressmomenten statt. Sie wurden vor allem bei wenig Kundenandrang durchgeführt – also genau dann, wenn eigentlich Zeit gewesen wäre, das Geburtsdatum in Ruhe nachzurechnen.
Anstatt die Sache ganz altmodisch mit sauberem Kopfrechnen zu lösen, denken Winkler und Projektleiter Dietmar Krenmayr von pro mente OÖ eher direkt an andere Optionen: "Technische Hilfsmittel könnten dem Personal Rechenfehler in stressigen Situationen ersparen", sagt Krenmayr. Verwirklichen ließe sich das "am besten in zusätzlichen Softwarefunktionen in der Kassensoftware, aber eventuell auch in Handy-Apps".