Die Großbaustelle in Kronstorf (Bez. Linz-Land) sorgt erneut für politischen Zündstoff. Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) lässt prüfen, ob für das geplante Google-Rechenzentrum doch eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sein könnte.
Auslöser ist eine aktuelle Entscheidung aus Niederösterreich. Dort wurde für ein vergleichbares Rechenzentrum wegen großer Diesel-Notstromaggregate eine UVP vorgeschrieben. "Ich habe daher die zuständige Fachabteilung beauftragt, die Rechtslage für Kronstorf umgehend noch einmal zu prüfen", erklärte Kaineder gegenüber der "Krone".
Die oberösterreichische UVP-Behörde hatte bereits im Jahr 2020 entschieden, dass die für Kronstorf geplanten Aggregate keine UVP-Pflicht auslösen. Kaineder fordert nun außerdem klare und bundesweit einheitliche Regeln für große Rechenzentren im UVP-Gesetz.
Die Bürgerinitiative Kronstorf sieht sich durch die neue Entwicklung bestätigt und verlangt eine sofortige Umweltprüfung für das gesamte Projekt. "Die Verharmlosung riesiger Notstrom-Dieselaggregate als 'nebensächlich' muss ein Ende haben", betont Sprecher Harald Müllner.
Unterstützt wird auch der Vorstoß für eine generelle UVP-Pflicht bei energieintensiven Großprojekten ab einer Leistung von 50 Megawatt. Die Initiative fordert seit Monaten strengere Prüfungen und mehr Transparenz bei Strom-, Wasser- und Flächenverbrauch. Auch mögliche Belastungen durch Chemikalien müssten ihrer Ansicht nach untersucht werden.
Kritik kam hingegen von Neos-Chef Felix Eypeltauer. Er verweist auf den rechtskräftigen Bescheid aus dem Jahr 2020 und warnte davor, das abgeschlossene Verfahren erneut aufzuschnüren. Stattdessen brauche es klare, bundesweit einheitliche Regeln für künftige Projekte – OÖ brauche "keine politischen Endlosschleifen".