Parteiausschlüsse, Rücktritte: Nach politischen Turbulenzen in den vergangenen Monaten fand nun am Sonntag die Neuwahl in Neunkirchen statt.
Und am Sonntagabend entwickelte sich ein wahrer Wahl-Krimi mit einem Foto-Finish: Die ÖVP kam laut vorläufigem Ergebnis auf 31,69 %, die SPÖ auf 31,45 %, die FPÖ auf 19,12 %, die Liste der Ex-FPÖ-Gemeinderäte "Wir für Neunkirchen" auf 8,96 % und die Grünen auf 8,78 %. Am Ende trennten ÖVP (1.571 Stimmen) und SPÖ (1.559) gerade einmal zwölf Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,96 %.
Rückblick: Im Oktober 2025 waren sieben FPÖ-Mandatare aus der Partei ausgeschlossen worden, weil diese als Koalitionspartner mit der ÖVP den harten Budget-Sparplan mitgetragen hatten. Im November trat die damalige ÖVP-Bürgermeisterin aus gesundheitlichen Gründen zurück. Am 1. Dezember legten die Mandatare der SPÖ und der Grünen ihre Gemeinderatsmandate zurück – eine Neuwahl musste her.
"Unser Wahlziel war als Erster durchs Ziel zu gehen, das haben wir geschafft. Selbstverständlich bin ich zufrieden", so Bürgermeister Peter Teix (ÖVP). Er wolle nun Gespräche mit allen Parteien führen. "Die FPÖ ist weiterhin eine starke, politische Kraft in der Bezirkshauptstadt, obwohl die Ausgangslage alles andere als leicht war", sagte Helmut Fiedler, Spitzenkandidat der FPÖ.
"Neunkirchen hat in den vergangenen Wochen einen sehr emotionalen und von manchen politischen Wettbewerbern bewusst zugespitzten Wahlkampf erlebt. Wir haben bis zum Schluss für unsere Stadt gearbeitet und viele Projekte so vorbereitet, dass sie im Gemeinderat nur mehr beschlossen werden müssen. Daher ist es mir jetzt wichtig, in Gesprächen mit allen Parteien rasch mögliche Mehrheiten auszuloten. Denn unser Versprechen vor der Wahl gilt: Wir wollen ein neues Kapitel unserer Stadt aufschlagen und ehrlich über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten. Nur so werden wir Neunkirchen Stück für Stück voranbringen", so Teix.
VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner zum Ergebnis: "Der erste Platz wurde trotz allen Anpatz-Versuchen, Hinterzimmer-Absprachen und schmutzigen Parteitaktiken verteidigt. Am heutigen Tag haben wir einmal mehr unter Beweis gestellt, dass wir als Volkspartei Niederösterreich DIE Vor-Ort-Partei sind – weil wir eben nicht nur vor Wahlen da sind, sondern das ganze Jahr konsequent für unsere Landsleute arbeiten."
"Das heutige Wahlergebnis zeigt klar: Die FPÖ in Neunkirchen hat sich stabilisiert und ist mit dem ehrlichen Weg, den richtigen Weg gegangen. Ich bedanke mich bei jedem einzelnen Wähler für das Vertrauen. Jetzt heißt es: Ehrlich arbeiten für die Menschen in der Stadt und die FPÖ Neunkirchen nachhaltig neu aufbauen und Schritt für Schritt stärker zu machen, als jemals zuvor. Wir kämpfen nicht für Posten, wir kämpfen weiter für das Wohl der Stadt und vor allem das Wohl der Neunkirchnerinnen und Neunkirchner. Wir werden auf das heute mit dem Wähler gemeinsam gelegte Fundament aufbauen", kommentiert FPÖ Niederösterreich-Landesparteisekretär Alexander Murlasits in einer ersten Reaktion das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Neunkirchen.
"Wir werden jetzt mit voller Kraft Schulter an Schulter mit der Bevölkerung weiterhin für Neunkirchen arbeiten und keinen Tag ungenutzt lassen, um am Puls der Neunkirchner Bevölkerung zu bleiben. Ich kann den Neunkircherinnen und Neunkirchnern versprechen: Was ich vor der Wahl gesagt habe, gilt natürlich auch nach der Wahl", kündigte Helmut Fiedler an.
"Ein Foto-Finish um Platz eins und Gleichstand bei Mandaten sind eine sehr starke Leistung von Günther Kautz und seinem Team der SPÖ Neunkirchen. Das Ergebnis zeigt, dass sich ein anständiger Wahlkampf mit viel Kompetenz und großem Einsatz auszahlt. Jetzt ist der Gemeinderat am Zug, um die Weichen für eine bestmögliche Entwicklung in Neunkirchen zu stellen. Der Verlust von 12 Prozentpunkten bei den zwei Wahlen 2025 und 2026 durch die ÖVP sind ein klares Signal der Bevölkerung. Eine positive Veränderung mit der SPÖ würde der Stadt guttun. Herzliche Gratulation an die SPÖ Neunkirchen", sagen SPÖ NÖ-Vorsitzender Sven Hergovich und Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander zur Gemeinderatswahl in Neunkirchen.
Der Grüne Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan kommentiert das heutige kommunale Wahlergebnis in Neunkirchen wie folgt: "Wir gratulieren Johannes Benda und seinem Team. Das Ergebnis in Neunkirchen zeigt: Die Grünen haben Bestand – auch unter schwierigsten Bedingungen und ÖVP & FPÖ haben Stimmen verloren. In einer Wahl, die von einem harten Zweikampf zwischen ÖVP und SPÖ dominiert wurde, haben wir uns mit rund neun Prozent und erneut drei Mandaten behauptet. Das ist kein Selbstläufer – das ist das Verdienst von Johannes Benda und einem engagierten Team, das in Neunkirchen glaubwürdig für grüne Politik steht."