Ein Gespräch zwischen den Vertretern der Gemeinde einerseits und der Siedlervereine Interessengemeinschaft Dschungeldorf/IGM, Kleingärtnerverein Greifenstein-Altenberg/KGV, Plattform Naturjuwel Altarm und des Vereins "Nein zur Straßenverbreiterung - Verein zur Erhaltung des Lebensraums in der Badesiedlung Greifenstein-Altenberg" am vergangenen Mittwoch, 27. Mai 2026, verlief laut den Protestgruppen "leider ergebnislos".
Die Gemeinde halte "trotz des einhelligen Widerstands aus der Bevölkerung an der umstrittenen Umwidmung von von 7.000 Quadratmetern Gartenflächen in "Verkehrsfläche" "zwecks langfristiger Schaffung 6 Meter breiter Straßen in der gesamten Badesiedlung fest".
Die Umwidmung soll laut den Gegnern in einer für kommenden Montag, 1. Juni 2026, 18 hUhr kurzfristig einberufenen Gemeinderatssitzung von den Mehrheitsfraktionen ÖVP und SPÖ beschlossen werden.
Bürgermeisterin Susanna Kittinger (ÖVP) hatte im April im Zuge einer Informationsveranstaltung ihren Standpunkt dargelegt. Der 200 Personen fassende Saal war damals bis auf den letzten Platz gefüllt. "Leider war die Stimmung sehr aufgeheizt, obwohl überhaupt nur 38 Prozent der Grundstücke betroffen wären", so Kittinger gegenüber dem "Kurier".
Die geplanten Widmungen seien langfristig gedacht. Man wolle die Flächen sichern, um Infrastrukturmaßnahmen wie Geh- und Radwege, Beleuchtung oder Straßen umsetzen zu können. Auf den betroffenen Pachtflächen seien weder nachträgliche Baubewilligungen noch Verkäufe vorgesehen, so die Gemeindechefin damals gegenüber dem "Kurier".
"Es ist unklar, ob nach der Umwidmung die zahlreichen, bisher nicht baubewilligten Zäune, Einfriedungen und Gartentore in der Badesiedlung stehenbleiben könnten oder ob die Gemeinde vielmehr verpflichtet wäre, diesbezüglich den Abbruch und die Räumung zu veranlassen. Wir hatten daher vorgeschlagen, durch ein baurechtliches Musterverfahren diese Rechtsfrage verbindlich klären zu lassen, bevor die Gemeinde durch die Umwidmung vollendete Tatsachen schafft. Ein solches abzuwarten, ist die Bürgermeisterin jedoch nicht bereit", kritisierte Alexander Klauser am Wochenende.
Die VertreterInnen der Siedlervereine betonten in der Besprechung neuerlich, "dass die BewohnerInnen der Badesiedlung keineswegs gegen eine vernünftige, natur- und umweltschonende und nachhaltige Weiterentwicklung der örtlichen Raumordnung sind. Dem Vorschlag, vor der geplanten Umwidmung ein fundiertes Raumplanungs- und Verkehrskonzept zu erstellen, und - etwa im Rahmen eines Mediationsverfahrens - die betroffene Bevölkerung in die Entscheidung einzubeziehen, lehnte die Bürgermeisterin jedoch ab".
Die Liste der 2.538 Unterstützungserklärungen der online-Petition #aufstehn "Natur erhalten - Nein zur Straßenverbreiterung in der Badesiedlung Greifenstein-Altenberg" wurden der Bürgermeisterin bereits übergeben.
Die Bewohner der Badesiedlung und die ihre Interessen vertretenden Vereine geben jedenfalls nicht auf. "Für den Fall, dass die Mehrheitsfraktionen im Gemeinderat von St. Andrä-Wördern am kommenden Montag tatsächlich die Umwidmung beschließen, werden wir mit allen gebotenen Mitteln weiterhin dagegen kämpfen. Und um diesen entschlossenen Willen zu demonstrieren, haben wir für Montag, 1. Juni 2026, 17.30 Uhr, vor dem Gemeindeamt St. Andrä-Wördern, Altgasse 30, neuerlich eine Kundgebung angemeldet. Vielleicht lenken die VertreterInnen der Gemeinde doch noch ein", so Klauser.