Der neue Oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei (56), hat sich erstmals öffentlich an die Bevölkerung gewandt – allerdings nicht persönlich. Seine schriftliche Erklärung wurde am Donnerstag durch das staatliche Fernsehen verlesen.
Zu Beginn appellierte er an die Bevölkerung, Einigkeit zu zeigen und am "Al-Kuds-Tag" teilzunehmen. Weiters kündigte Chamenei Junior außerdem an, dass der Iran die so wichtige Straße von Hormus weiterhin als "Druckmittel" blockieren werde. Zugleich fordert er die Vereinigten Staaten auf, sämtliche US-Basen in der Region zu schließen.
Wir glauben an die Freundschaft mit den Nachbarn", heißt es in der Erklärung weiter. Deshalb werde der Iran ausschließlich US-Stützpunkte ins Visier nehmen und seine Angriffe fortsetzen. "Der Iran wird nicht davon absehen, das Blut seiner Märtyrer zu rächen."
Dies gelte insbesondere für den Fall in Minab, wo bei einem US-Angriff in der Nähe einer Schule 168 Menschen getötet wurden, darunter etwa 110 Kinder. Der Iran behauptet, die Schule sei von einer amerikanischen "Tomahawk"-Rakete getroffen worden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte letzte Woche, dass man dies untersuche.
Auch an die Gegner richtet Chamenei eine klare Forderung: Diese müssten "Kompensationszahlung" leisten. Andernfalls drohe der Iran damit, auch ihre Vermögenswerte entsprechend zu zerstören.
Es war die erste Äußerung des neuen Führers, seit er zum Nachfolger seines Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, gewählt wurde. Seine ungewöhnliche Absenz lässt nun Spekulationen über seinen Gesundheitszustand hochkochen. Laut "Daily Mail" könnte Modschtaba Chamenei im Koma liegen.
In einer Nachricht, die laut britischer Presse heimlich an einen im Londoner Exil lebenden Dissidenten geschickt worden sein soll, werden schwere Verletzungen beschrieben. Demnach seien "eines oder beide Beine amputiert" worden. Zudem sollen "Leber oder Magen gerissen" sein. Chamenei werde in einem Teheraner Krankenhaus von Top-Spezialisten behandelt, heißt es weiter.
Unabhängig lassen sich diese Angaben bislang nicht bestätigen. Iranische Staatsmedien berichteten zuletzt lediglich, Chamenei sei bei Angriffen leicht verletzt worden, könne seine Aufgaben aber weiterhin ausüben.
Drei weitere zivile Frachtschiffe wurden im Persischen Golf angegriffen. Der Schock auf den weltweiten Ölmärkten treibt die Preise nach oben, zuletzt wurden fast 100 Dollar pro Barrel erreicht.
Gleichzeitig hat der Iran laut BBC seine Raketenangriffe auf Nachbarländer wie Bahrain, Oman, Dubai und Katar fortgesetzt.