Im Iran deutet sich ein brisanter Machtwechsel an. Nach dem Tod des langjährigen Oberhaupts Ali Chamenei (86) soll laut Berichten sein Sohn Modschtaba Chamenei (56) zum neuen Obersten Führer bestimmt worden sein. Das berichtet das oppositionelle Exil-Medium "Iran International".
Auch aus Israel kamen umgehend scharfe Worte. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Mittwoch auf der Plattform X, dass auch ein möglicher Nachfolger im Visier stehen könnte.
"Jeder Führer, der vom iranischen Terrorregime ernannt wird, um den Plan zur Zerstörung Israels fortzusetzen und anzuführen, um die Vereinigten Staaten und die freie Welt und die Länder der Region zu bedrohen und um das iranische Volk zu unterdrücken – wird ein Ziel zur Eliminierung sein", erklärte Katz.
Schon länger wurde Modschtaba Chamenei als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelt. Der zweitälteste Sohn des bisherigen Revolutionsführers trat bisher kaum öffentlich auf. Laut Berichten der "Daily Mail" soll er enge Verbindungen zum iranischen Revolutionsgardenkorps (IRGC) haben. Dem Oppositionsmedium "Iran International" zufolge wurde er von der iranischen Expertenversammlung "unter Druck der Revolutionsgarden" ausgewählt.
Berichten zufolge suchte Modschtaba Chamenei auch medizinische Hilfe im Ausland. Laut einer von WikiLeaks veröffentlichten US-Diplomateninformation, die von der "Daily Mail" zitiert wird, ließ er sich in mehreren britischen Privatkliniken wegen Impotenz behandeln. "Es waren vier Aufenthalte nötig, darunter ein letzter von zwei Monaten. Schließlich wurde sein Sohn nach dem Großvater des Kindes 'Ali' genannt", heißt es in dem Bericht.
Wie schon sein Vater vor ihm ist der 56-Jährige kein hochrangiger Geistlicher und hatte bislang keine offizielle Funktion im Regime. Früher musste ein Oberster Führer den Rang eines Großajatollahs besitzen. Die iranische Verfassung wurde jedoch 1989 geändert, damit Ali Chamenei selbst die Nachfolge antreten konnte. Seitdem gilt vor allem politische Autorität als entscheidend.
Neben seinem politischen Einfluss soll Modschtaba Chamenei auch über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen. Laut Berichten verwaltet er ein Investmentimperium von mehr als 100 Millionen Dollar und soll Zugang zu luxuriösen Immobilien in Großbritannien sowie zu Schweizer Bankkonten haben.
Trotz internationaler Sanktionen gilt Modschtaba Chamenei seit Jahren als einer der einflussreichsten Männer hinter den Kulissen der iranischen Machtpolitik.