Als aktiver Spieler hat es Mario Sonnleitner nie ins Ausland geschafft. Der Verteidiger kickte beim GAK, bei Sturm, Rapid und Hartberg – mehr als 600 Matches hielt der Steirer seine Knochen hin.
Mittlerweile ist der 39-Jährige als Trainer aktiv. Sonnleitner stieg zunächst bei ASV 13 ein, seit Anfang 2025 ist er unter Sinan Bytyqi "Co" bei Zweitligist FAC.
Dabei soll es freilich nicht bleiben. Um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, benötigt die grün-weiße Legende die UEFA-A-Lizenz. Sie würde ihn berechtigen, als Chefcoach zu arbeiten.
Sonnleitner wollte den Schein beim ÖFB in Angriff nehmen – wurde aber abgelehnt. "Bei der Anmeldung ist mir gesagt worden, dass ich die Voraussetzungen nicht erfülle", erklärt der Routinier auf "Sky".
Problem: Im Juli 2025 passte der ÖFB die Vorgaben an. Sonnleitner fehlten laut Eigenaussage zwei Monate Berufserfahrung, um in den Kurs aufgenommen zu werden. Er müsste also auf den nächsten Lehrgang warten.
"Ich habe 20 Jahre Profifußball gespielt. Ich habe nicht ewig Zeit und kann nicht vier oder fünf Jahre warten, bis ich Trainer werden kann", kritisiert der Ex-Kicker. "Deswegen habe ich versucht, einen anderen Weg zu finden." Und er fand ihn. Sonnleitner weicht für die Ausbildung nach Nordirland aus.
Die strengen Vorgaben des ÖFB sieht er mit gemischten Gefühlen. "Es ist ja nicht so, dass wir in unserer Profikarriere nichts gelernt haben. Da fehlt mir ein bisschen die Anrechnung. Ich verstehe schon, dass die Ausbildung für alle ziemlich gleich sein soll. Aber trotzdem müssen die Jahre im Profifußball angemessen berücksichtigt werden", erklärt Sonnleitner auf "Sky".
Ähnliche Probleme hatte zuletzt auch Emanuel Pogatetz. Der einstige Teamspieler ist aktuell Co-Trainer von Oliver Glasner bei Crystal Palace in der Premier League. Die UEFA-Pro-Lizenz durfte er jedoch nicht beim ÖFB erwerben – für die Zulassung ist eine durchgehende Tätigkeit von drei Jahren als Co-Trainer in der ersten oder zweiten Leistungsstufe verlangt.