Kevin Stöger denkt nicht an Flucht, sondern an Fokus. Trotz Reservistenrolle bei Borussia Mönchengladbach setzt der 32-jährige ÖFB-Teamspieler auf Geduld, Rückhalt von Ralf Rangnick und einen bewussten Verzicht auf Social Media.
Zuletzt war Stöger sportlich kaum gefragt. Seit Ende Oktober stand er bei Gladbach nicht mehr in der Startelf, dreimal saß er in dieser Bundesliga-Saison über die volle Spielzeit auf der Bank. An einen Winterwechsel dachte er dennoch keine Sekunde, wie er der "Sport Bild" verriet: "Es ist für mich überhaupt kein Thema, einen Winterwechsel vorzunehmen. Klar hat es Anfragen gegeben, ich habe aber sofort gesagt Nein, ich will hierbleiben und wieder in Topform kommen.“
Auch mit Blick auf die WM sieht der Steyrer keinen Grund zur Sorge. Entscheidend sei für ihn nicht die aktuelle Rolle, sondern das Umfeld. "Gladbach ist der größte Verein, für den ich in meiner Karriere gespielt habe. Bei einem Klub wie diesem wird jede Woche ganz genau hingeschaut, wie ich mich präsentiere."
Zusätzlichen Rückhalt bekam Stöger zuletzt von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Der Nationaltrainer meldete sich persönlich beim Mittelfeldspieler. "Er hat mir eine Nachricht geschrieben, die mich extrem positiv motiviert und mir zusätzlichen Mut gemacht hat. Seine Meinung ist mir wichtig."
In Gladbach gehe es nun darum, wieder "den wahren Kevin Stöger" zu zeigen. In eineinhalb Jahren bei der Borussia kam der frühere Bochumer auf 43 Bundesliga-Einsätze mit drei Toren und vier Assists. In Bochum hatte er zuvor in zwei Jahren im deutschen Oberhaus zwölf Treffer und zwölf Vorlagen in 64 Partien geliefert.
Neben der Arbeit am Platz setzte Stöger im Winter auch mental einen klaren Schnitt. Der Offensivspieler zog sich bewusst aus den sozialen Netzwerken zurück. "Ich bin nicht mehr auf Instagram und anderen Social-Kanälen tätig. Gerade vor dem Einschlafen hat man früher oft durchgescrollt. Letztlich ist das aber eine Scheinwelt."
Der Social-Media-Verzicht tue ihm aktuell sehr gut und helfe, den Fokus neu zu setzen. "Es hilft mir, mich noch mehr auf das Training und die Familie zu konzentrieren." Ob er dauerhaft offline bleibt, lässt Stöger offen. Klar ist für ihn aber, dass er sich bei Gladbach wieder in den Vordergrund spielen und sich damit auch im Blickfeld von Rangnick nachhaltig zurückmelden will.