In Mailand sorgt ein Skandal rund um das städtische Verkehrsunternehmen ATM für Aufsehen. Mehreren Mitarbeitern wird vorgeworfen, Bilder von Frauen aus den Überwachungskameras von Straßenbahnen entnommen und in einer WhatsApp-Gruppe mit anzüglichen Kommentaren geteilt zu haben.
Aufgeflogen sind die Vorfälle, nachdem eine Passagierin während einer Fahrt mit der Linie 15 zufällig Nachrichten auf dem Handy eines ATM-Mitarbeiters sah. Die Chatgruppe trug den Namen 'Staff Ticinese' und enthielt offenbar Standbilder aus dem Videoüberwachungssystem der Straßenbahnen, die eigentlich der Sicherheit dienen sollten.
Wie "20 Minuten" berichtet, machte die betroffene Frau den Fall zunächst in sozialen Netzwerken öffentlich. Die Schriftstellerin Carlotta Vagnoli griff die Vorwürfe in ihrem Newsletter auf, und später verbreiteten mehrere Influencerinnen auf Instagram die Geschichte weiter.
Den Berichten zufolge zeigten die geteilten Aufnahmen ausschließlich Frauen. Die Bilder wurden offenbar illegal aus dem Überwachungssystem entnommen und mit sexuell anzüglichen Kommentaren versehen. Es soll sich um Fotos von Beinen, Gesichtern, Brüsten und Oberschenkeln handeln, die ohne Wissen der Betroffenen verbreitet wurden.
ATM hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort eine interne Untersuchung eingeleitet. In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen, man werde alle angemessenen Schritte setzen, um den Vorfall aufzuklären und die korrekte Nutzung der betrieblichen Systeme sicherzustellen. Respekt sei ein grundlegender und nicht verhandelbarer Wert, hieß es weiter.